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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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Vom NeligionSkri'eg bis zum ZOjähr. Krieg. 327

sten strenge und gewaltige Hand die Rechte brach, welche dieGemeinden hatten.

Der Kaiser hatte damals nicht Zeit, Magdeburg zu be-lagern; er wollte seinen Triumph, in welchem er die gefan-genen Fürsten mit sich führte, eben sobald feiern als vollen-den und belegte die Stadt mit der Acht. Als nun die mäch-tigsten. Fürsten sich nicht gctraueten dem Interim laut zu wi-dersprechen, so protestirte die Stadt Magdeburg feierlich ge-gen die Annahme desselben. Sie wurde der Mittelpunkt ei-nes zuerst im sechszehnten Jahrhunderte einheimisch geworde-nen lebhaften und einflußreichen Schriftenkampfes. Sobaldsich eine durch einen gewissen Grad von Bildung bewirkteTheilnahme an allgemeinen öffentlichen Angelegenheiten zeigt,so wird es für die Machthaber wichtig die öffentliche Mei-nung zu gewinnen. Dieses ist am ersten durch Schriftenmöglich, welche mit großer Schnelligkeit Ideen verbreiten kön-nen. Daher trat seit dem sechszehnten Jahrhunderte dieseneue scheinbar unbedeutende, aber wirklich tief eingreifendeGewalt immer kräftiger und entscheidender auf den Kampf-platz, und der Gang und Wechsel dieses Schrift-Kriegs istnicht minder merkwürdig und einflußreich als jener der blan-ken Waffen gewesen. Eben daher suchten sich die Fürstenschon früh der Presse zu bemächtigen, um, wo möglich, jedenAusdruck der ihrem Willen entgegengesetzten Meinungen zuunterdrücken. Um so empfindlicher war es dem Kaiser undden Katholiken, daß nun in Magdeburg eine Menge Schrif-ten nicht nur zur Vertheidigung des Verfahrens der Stadtüberhaupt, sondern auch gegen das Interim, mit zahlreichenSpottgedichten, satyrischen Kupferstichen, Münzen und der-gleichen mehr erschienen und viel aus die Erhöhung der Un-zufriedenheit einwirkten, welche fast überall bereits gegendasselbe und den Kaiser vorhanden war. Dieser wiederholtedaher mehrmals seine Befehle zur Vollstreckung der Acht undAberacht ohne großen Erfolg, weil von den mächtigeren Für-sten keiner die Acht vollstrecken wollte, Markgraf Johannvon Küstrin die Magdeburger sogar heimlich unterstützte. Nunwurde zwar der Handel der Stadt von den Nachbarn, beson-ders den Märkern, gehindert, einzelne Feindseligkeiten aus-