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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch III. Zweites Hauptstück.

die Verschwendung des Kurfürsten bei seiner Liebe zur Prachtdie Kassen erschöpfte und ihn mit ausserordentlichen Schul-den belud ').

Wahrend nach der Schlacht bei Mühlberg die Spren-gung des schmalkaldischen Bundes und die Schwäche und Mut-losigkeit der protestantischen Fürsten offenbar wurden; währendsich vor dem Kaiser und dessen siegreichem Heere Alles beugte !oder wich, da wagte cs, wenige Meilen von dem Schauplatzeseines Siegs und der Ergebung Philipps von Hessen, die eine ^Stadt Magdeburg, ihm den Gehorsam zu verweigern. Auf-gcfodert zur Unterwerfung antwortete sie entschlossen: bei dem !christlichen Einverständnisse (dem schmalkaldener Bund), inwelches sie sich mit mehreren Fürsten und Herren begeben, mit !Gottes Hülfe bleiben zu wollen.

Es hat für den Menschen immer etwas Ergreifendes,wenn er sicht, wie im festen Vertrauen aus Gott und ihrRecht Wenige cs wagen sich großer Übermacht entgegenzu-setzen. Die Geschichte unserer Städte bewahrt manchen Herr- >lichen Schatz von Erinnerungen dieser Art. Wir gedenkennur, wie Frankfurt und Treuenbrictzen Ludwig den Römer, !die Alt- und Neustadt Brandenburg den Waldemar, welchen !man den Falschen nannte, Breslau seine Religion bei verschie-denem Wechsel, Marienburg die Sache des Ordens so tapferund treu vcrthcidigten, und von Stralsund werden wir noch !

zu melden haben. Wir mögen es nicht leugnen, daß unsereZeiten viel in fast jeder Rücksicht vor denen des Mittelalters,ja den früheren überhaupt voraushaben; allein wir müssen umso unparteiischer gestehn, daß wir, je mehr wir uns unserenTagen nähern, jenes feste Zusammenhalten der Bewohner derStädte, jene innige Vereinigung des Bürgerthums zu Ver-theidigung, sei es der erworbenen oder überkommenen gemein-samen Rechte und Freiheiten oder religiöser Überzeugungen,immer mehr vermissen; dies allerdings, weil eben sowohl diebürgerliche Verfassung der Städte hinter den Foderungen derZeit zurückblieb, als weil, wie wir sehn werden, der Für-

l) I- P. v. Gundling Lebensbeschreibung Herrn Lampert Distel-meyers.