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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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320 Buch III. Zweites Hauptstück.

wie wir sehen werden, glücklich erreicht wurden. In dieserHinsicht war der Kursürst Joachim (18. Oct. 1537) mit demHerzoge Friedrich II. von Liegnitz, Brieg und Wohlau übcr-eingekommcn, seinen Kurprinzen Johann Georg mit der Toch-ter Friedrichs, Sophia, und deren Bruder Georg mit Bar-bara, der Tochter des Kurfürsten, zu verloben. An demselbenTage schlossen beide Fürsten, mit Zuziehung der liegnitzischcnStande, eine Erbverbrüderung, in welcher festgesetzt wurde,daß im Falle des Aussterbens der Leibes- und Lehns-ErbenHerzog Friedrichs die gestimmten liegnitzischcn Lande als böh-misches Lehn an den Kurfürsten von Brandenburg aus demHause Hohenzollern, wenn aber dieses früher abginge, Krossen,Züllichau, Sommerfeld, Kotbus, Peitz, Zossen, Teupitz, Ber-walde und Lübbenau und was sonst brandenburgischerscits alsböhmisches Lehn erworben werden würde, an das Haus Lieg-nitz fallen sollte. Es fand zwar die Vollziehung der Dop-pelhcirath manche Hindernisse, besonders bei dem Kurprin-zen; da indessen Herzog Friedrich darauf bestand, daß beideHcirathcn oder keine stattfindcn sollte, so gab der Kurprinznach und vermählte sich mit der Sophia, wie der PrinzGeorg von Liegnitz mit der Barbara (17. Febr. 1545).

Dem Könige Ferdinand musste diese Erbverbrüderungan sich als Oberlchnsherrn, da sie ohne seine Zustimmunggcschehn war, unangenehm sein, noch mehr aber, weil er na-türlich nicht wünschen konnte in Schlesien mächtige Herr-schaften auskommen zu lassen. Schon daß Krossen an Bran-denburg gekommen und so wirklich von Schlesien abgerissenworden war, zeigte ihm die Nachthcile, welche entstehn mussten,wenn die Kurfürsten nun auch noch Licgnitz, Bricg und Woh-lau dereinst erhielten. Er hatte schon bei einer andern Ge-legenheit gezeigt, wie wenig er gem'gt war die Gründungeiner fremden Macht in Schlesien zuzugcben.

Der Markgraf Georg von Brandenburg fränkischer Liniehatte, wie wir früher erzählt haben, seine günstige Stellungam Hofe König Ludwigs benutzt und von Georg von Schel-lenberg (1525) mit königlicher Genehmigung das HcrzogthumJägerndorf gekauft. Schon früher hatte König Wladislausvon Böhmen (1512) dem Markgrafen, den Herzogen Kasimir