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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Vom Religionskrieg bis zum 30jähr. Krieg. 319

kaum noch an ernste Widersetzlichkeit gegen seinen Willen zudenken. Allein nun ging es ihm, wie allen Staatsmännern,wenn sie zwischen erbitterten Parteien den Mittelweg cin-schlagen wollen, daß sie es mit beiden verderben. Zuvörderstgerieth er in lebhaften Streit mit dem Papste Paul III.,der wohl sah, daß der Kaiser nicht für ihn die Protestantenbesiegt haben wollte, und besorgt wegen der Unabhängigkeitder Kirchenversammlung in Trident, diese nach Bologna ver -1543legt hatte. Als nun der Kaiser auf dem Reichstage zu Augs-burg eine Vorschrift erließ, wie es bis zur Entscheidung einerallgemeinen Kirchcnvcrsammlung in Rcligionssachcn gehaltenwerden sollte, was man das Interim nannte, welches fastdurchaus den Lehrsätzen der Katholiken günstig war und denProtestanten nur die Priesterehe und das Abendmahl unterbeiderlei Gestalt ließ, so waren Katholiken und Protestantendarüber gleichmäßig unzufrieden.

Die Protestanten in den Reichsstädten wurden offenbarunterdrückt, was ihren Glaubensgenossen die Augen öffnete,die nun sahen, wie sie durch die Versprechungen des Kaisershintcrgangcn worden waren. Der Kaiser selbst fühlte seineMacht, begegnete den Reichsfürsten herrischer als sonst. Diekaiserlichen Räthe, Ausländer wie Granvclla und der Herzogvon Alba, schonten auch nicht. Das Reichskammcrgerichtkonnte nun schneller sprechen als früher, und das kaiserlicheHeer war zur Vollziehung der Urtel bereit. Nun regte sichjener aristokratische Geist, der einem Hauptbestandthcile derdeutschen Reichsverfassung zur Grundlage diente, katholischeund protestantische Fürsten gleichmäßig erfüllte und beide ein-ander näherte. Auch Kurfürst Joachim musste bald fühlen,daß sich die Zeiten geändert hätten, als er sah, wie bestimmtvom Könige Ferdinand seine Anträge in einer ihm sehr wich-tigen Angelegenheit zurückgewiesen wurden, die später auf an-dere Weise eine geschichtliche Bedeutung erhielt.

Seitdem es bei dem mehr geordneten Zustande Deutsch-lands und Polens für das Haus Brandenburg nicht wohlmöglich war sich mit Gewalt der Waffen auszubreiten, rich-teten die Fürsten ihre Blicke auf entferntere Aussichten zufriedlichen Erwerbungen, die auch in mehr als einem Falle,