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Buch III. Zweites Hauptstück.
thümcr bis zur völligen Einziehung fast ununterbrochen überhundert Jahre von brandenburgischcn Prinzen verwaltet.
Joachim und Moritz verbürgten sich nun dem Landgra-fen Philipp von Hessen, daß er, wenn er sich ergeben undvor dem Kaiser dcmüthigen würde, nicht gefangen gehaltenund wegen seiner Religion bedrängt werden solle. Unstreitigwar beiden Bürgen diese Zusicherung mündlich von den kai-serlichen Rathen gegeben worden, wodurch sie sich hintcrgehenlicssen. Als der Landgraf nun in Halle den schweren Schrittund Alles gethan hatte, was von ihm verlangt worden war,und ihm nun noch Gefangenschaft angckündigt wurde, sogriff der aufgebrachte Kurfürst Joachim zum Degen undwürde ihn gegen den Herzog von Alba gebraucht haben,wenn das nicht sein Marschall von Trotha glücklicherweisegehindert hatte. Seit dieser Zeit ließ Joachim nicht abdem Kaiser anzuliegen, dem Landgrafen die Freiheit wicdcr-zugcben.
Die beiden Herzoge von Pommern gcricthen nach derSchlacht von Mühlberg dermaßen in Angst vor einer Achts-erklärung, daß sie gelobten die sehr in Bcrfall gerathcneUniversität Greifswalde besser auszustattcn, wenn sie dieserGefahr entgingen. Sie ermüdeten durch ihre Gesandten diekaiserlichen Räthe und die Rcichssürstcn mit Bethcuerungcnihrer Unschuld so sehr, daß diese gar Nichts mehr davon hö-ren wollten und cs sehr überflüssig fanden, daß die Herzogesich so emsig vertheidigten, wenn sie wirklich Nichts verbrochenhätten. Es war ein Glück für sie, daß die kaiserlichen Räthenicht unempfindlich gegen Geschenke waren, ja sich dieses sehrdeutlich merken liessen und gern schöne Rosse und goldeneBecher mit Portugalesern gefüllt annahmen. So erhieltendie Herzoge Gnade, indem sie sich dem Reichskammergerichteund den Beschlüssen des augsburger Reichstags zu unterwer-fen versprachen und über hunderttausend rheinische Goldgul-den zahlten ^).
Der Kaiser schien erreicht zu haben, was er wollte. Erstand auf der Höhe des Glücks, denn in Deutschland war
1) Sell, Bd- III. S. 27 ff.