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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Vom Rcligionskrieg bis zum 30jähr. Krieg. 317

Sie beschlossen mm zwar sich zu verthcidigcii, nahmen diezum Türkcnkricge gesammelten Gelder zu den Rüstungen, riesenober, um den Kaiser nicht aufzubringcn, alle ihre Unterthanenvom Heere der Protestanten ab und schickten diesen dennochHülfe, aber nur dreihundert Reiter zu '). Scheinbare Ent-fernung der Gefahr, Furcht vor dem Kaiser, Besorgniß vorOpfern und Liebe zur Ruhe hielten hier ab, im Bunde hemm-ten Eifersucht und Uneinigkeit.

Als jedoch des Kaisers Rüstungen offenbar wurden, er-glomm noch ein Strahl alter Begeisterung unter den Prote-stanten. Sic kamen dem Angriffe zuvor und rückten, ehe der 1546Kaiser zum Widerstande völlig bereit war, nach Ober-Deutsch-land. Allein nun zeigte sich die wenige Einheit in der Lei-tung der Angelegenheiten zwischen dem heftigen und doch un-entschlossenen Landgrafen und dem bedächtigen und festen Kur-fürsten. Sie vernachlässigten den günstigen Augenblick zumentscheidenden Schlage. Als Herzog Moritz und MarkgrafAlbrccht hinterrücks in das Land des Kurfürsten einsielen,trennte sich dieser vom Landgrafen und beide Fürsten zogenheim. Der Kurfürst befreicte sein Land bald, nahm denMarkgrafen Albrccht gefangen und bedrängte den HerzogMoritz. Unterdessen bezwang der Kaiser die Verbündeten inOber-Deutschland und zog dann gegen Sachsen, wo der Kur-prinz Johann Georg von Brandenburg mit fünfhundert Rei-tern zu ihm stieß. Unfern von Mühlberg, bei der lochauer §4. AprilHaide ereilte das kaiserliche Heer, welches unerwartet über 1547die Elbe gegangen war, den Nachtrab des kurfürstlichenHeers, schlug ihn leicht in die Flucht, und der unglückliche Jo-hann Friedrich selbst siel, nach tapferer Vertheidigung, in dieHand seines wenig großmüthigen Feindes. Nun erst schrittJoachim von Brandenburg ein und wendete durch Vorstel-lungen bei dem Kaiser alle Mühe an, dem Kurfürsten vonSachsen das Leben zu retten, was auch gelang. Der Kaiserbewies sich dem Joachim geneigt, indem er dessen zweitemSohne, Friedrich, die Coadjutorwürde der Hochstiftcr Magde-burg und Halberstadt zusichcrte. Seitdem wurden diese Bis-

1) Sell Geschichte von Pommern. Bd. IV. S. 25 ff.