Z16 Buch III. Zweites Hauptstück.
tcrland sprachen. So bleibt in der Geschichte sür Luther dasehrenwerthe Andenken, redlich gcthan zu haben, was einMensch, beengt von Umstanden, welche zu andern nicht inseiner Macht ist, thun konnte, und Schwachen und Fehler vcr-schwinden vor der Größe der Tugenden dieses seltenen Man-nes. Kaum hatte er die Augen geschlossen, als der Religions-kricg begann.
Als der Kaiser gesehen hatte, die rechte Zeit sei gekom-men, so bereitete er Alles vor, sich zu verstärken und dieMacht seiner Gegner zu schwächen. Er schloß ein Bündnißmit dem Papste zur Vernichtung der Protestanten, währender diese mit der Versicherung beruhigte, er unternehme Nichtsgegen ihre Religion, sondern nur gegen einige Ungehorsameim Reiche. Den ehrgeizigen Herzog Moritz von Sachsen zoger an sich, indem er ihm die Kurwürde versprach, welche demHaupte der Protestanten, dem Kurfürsten Johann Friedrich vonSachsen entrissen werden sollte. Der Markgraf Albrccht vonBrandenburg in Franken, ein durch sinnliche Ausschweifungen ,erschöpfter, mit Schulden beladener Jüngling ohne alle Reli- ^gion, verkaufte sich ihm, wie jedem Andern, der ihm das meisteGeld bot'). Der Kurfürst Joachim II. von Brandenburgwurde leicht beschwichtigt, ruhig zu bleiben, was ihm ohne-hin zusagte. Er schien eigentlich Nichts zu besorgen, da er ^sich nicht ganz von der alten Kirche getrennt hatte und be-reit war sich der Kirchcnversammlung zu Trident zu unter-werfen. !
Sein Bruder, Markgraf Johann, rüstete sogar für de»Kaiser, von welchem er unschwer über den Zweck des Kriegsgetäuscht wurde, und zog ihm zu gegen seine Glaubensgenos-sen, ohngeachtet ihn seine Mutter beweglich abmahnte. Die ,Herzoge Barnim und Philipp von Pommern, welche beim !Ausbruche des Kriegs in große Sorge geriethen, mussten von jihren Landständcn Vorwürfe hören, sich ohne deren Wissenin den schmalkaldener Bund begeben zu haben, was die Her- Izöge mit dem der Religion nöthigcn Schutze entschuldigten.
1) Lang, Geschichte des Fürstcnthums Baireuth. Bd. II. S. 122 ff.vergl. S. 220 ff.