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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Vom Rcligionskrieg bis zum ZOjähr. Krieg. 315

testantischcn Bunde. Sein Bruder Johann hatte das zwargethan, verließ ihn aber, als seinem Schwiegervater, dem Her-zoge Heinrich von Braunschwcig, so übel begegnet wurde,wie wir erzählt haben. Die Herzoge Barnim IX. und Phi-lipp I. waren zwar im Bunde, doch wie andere Fürsten woll-ten sie es weder mit dem Kaiser noch mit ihren Glaubens-genossen verderben und thaten daher wenig, was ihnen aucham bequemsten war.

Wahrend also bei der Weigerung der Protestanten dieKirchenversammlung zu Trident zu besuchen dem Kaiser Nichtsübrig blieb als mit Waffengewalt die Einheit im Reiche zubewirken, wenn sich dasselbe nicht unheilbar in zwei Theiletrennen sollte, starb Luther. Der große Reformator musste 18. Kebr.fühlen, daß ein Werk, wie er es unternommen und mit aller 1546Kraft durchzuführen gesucht hatte, doch die Kräfte EinesMenschen, ja einer ganzen Generation überstieg. Es ist zuallen Zeiten, wenn sie reif waren, leicht gewesen Revolutionenanzufangcn, schwer, sie zu leiten und selten möglich, sie zu? enden; denn ist einmal das alte Band gelost, erschallt der be-zaubernde Ruf der Freiheit, so drängen sich die Kräfte nachallen Seiten heraus, Jeder strebt cs dem Andern zuvorzu-i thun, und Luther hatte nicht weniger mit denen zu kämpfen,

! die zurückblieben als mit denen, welche ihrer Zeit vorauscil-! tcn. Dennoch war die Gewalt dieses Mannes über die Ge-müther seiner Zeitgenossen, die ihm anhingen, groß genug,um, so lange er lebte, wenigstens an der Spitze der Bewe-gung zu bleiben, und wenn er auch den Umständen hier unddort etwas nachgeben musste, so wurde er doch nie genöthigtvon seiner Höhe ganz hcrabzusteigen, wie das bei allen Ur-hebern der politischen Revolutionen der neuern Zeit geschah.

Dies war eine Folge der hohen Achtung aller seiner Anhän-ger vor der fleckenlosen Reinheit seiner Absichten und der völ-! ligcn Uneigennützigkeit seiner Bestrebungen. Welche nube-rcchenbarc Folgen würde es nicht gehabt haben, wenn er, we-niger rechtschaffen, sich an die Spitze der empörten Bauernzum Umstürze des Alten gestellt hätte? Wie ganz anders ha-ben die Bolksbewegcr anderer Umwälzungen gehandelt, dienur sich im Auge hatten, während sic von Freiheit und Va-

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