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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Vom Reli'gionskricg bis zum 30jahr. Krieg. 311

neu großen Theil ihres Rcichthums und Ansehns verdankte,um nicht auch in dieser Hinsicht durch Aufhebung der Klö-ster, Domstifter und Bisthümcr und überhaupt durch die Ver-ringerung der geistlichen Gewalt sehr beeinträchtigt zu wer-den. Auch bei den weltlichen Fürsten verknüpften sich ja Re-ligions- und Staats-Interessen so innig, daß sie sich nicht im-mer scharf trennen liesscn und daß es oft zweifelhaft blieb,welche von beiden vorherrschten. Sah man doch, wie zurErreichung besonderer Zwecke sich eifrig katholische Fürsten anprotestantische und diese an jene anschlossen ').

Dem Kaiser Karl V. konnte, auch abgeschn von seinerpersönlichen Meinung, schon als Könige von Spanien undwegen seiner Verhältnisse zum römischen Stuhle wie zur ka-tholischen Welt, die Spaltung Deutschlands nicht gleichgültigsein. Bei den Gefahren aber, mit welchen ihn eine langeReihe von Jahren hindurch Soliman der Prächtige, der Pa«dischah der Osmanen, und König Franz I. von Frankreich be-drohten, bedurfte er ungemeiner Vorsicht und Mäßigung,um nicht zu sehr ungelegener Zeit einen inner» Krieg inDeutschland zu erregen. Ohnehin war es Karls Art nicht,schnell zu entscheiden, noch weniger sich zum Äußersten zuneigen. Deshalb suchte er die Protestanten durch ein Ver-fahren, welches den Schein würdiger Mäßigung ohne Schwä-che behauptete, möglichst hinzuhaltcn, um später, wenn cs dieunberechenbaren Umstände gestatten würden, nachdrücklichercinschreitcn zu können. Daher eben ein doch wirklich nurscheinbares Schwanken in der Handlungsweise Karls gegendie Protestanten, weil er nur kurze Zeit frei hatte und im-mer wieder durch seine Kriege von angefangenen Unterneh-mungen abgezogen wurde.

Seitdem die unüberlegten Drohungen des KurfürstenJoachim I. von Brandenburg auf dem Reichstage zu Augs-burg nach Übergabe des berühmten Glaubensbekenntnisses die 1530Protestanten in Schmalkalden zum Bündnisse getrieben hatten, 1531musste ganz folgerecht der Kaiser ein Gegner der bewaffneten

1) Z. B. dcr eifrig katholische Wilhelm vo» Daicrn verband sichmit den Protestanten gegen die Kbnigswahl Ferdinands I., während erdie Anhänger Luthers in Baiern enthaupten und verbrennen ließ.