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Buch III. Zweites Hauptstück.
der zu heben. Er vermehrte durch Überweisung von eingczv-gcncn geistlichen Gütern ihr Vermögen ansehnlich, und wennes ihm auch nicht gelang Melanchthon und Camcrarius da-hin zu zieh», so gewann er doch einige andere tüchtige undberühmte Gelehrte. Der Kurfürst bezeugte diesen viele Ach-tung, unterhielt sich, wenn er in Frankfurt war, in lateini-scher Sprache mit ihnen, wohnte den Universitäts-Feierlichkei-ten bei, und was mit besonderer Genugthuung erzählt wird,ließ wohl den Rector zu seiner Rechten obenan gehn undsagte, als dieser schüchtern zurücktrat: wir wollen's also ge-habt haben Leider wurde das Leben der Universitätenüberall an der Wurzel angegriffen und gestört durch die Strei-tigkeiten der Theologen, wodurch auch Frankfurt bald verfiel,wie denn Sabinus deshalb nach Königsberg ging. Nunmussten Verordnungen helfen; Niemand sollte ein Amt erhal-ten, der nicht dort studirt haben würde, wodurch die wissen-schaftliche Bildung auch nicht befördert wurde.
Bis hierher hatte sich die Reformation im Ganzen ohneGewalt der Waffen ausgebreitet und behauptet. Nun nahe-ten die Zeiten des Kampfs, der für unsere Lander, obgleichsie nicht Schauplätze und thätige Theilnehmcr an demselbenwaren, dennoch bedeutende Wirkung hatte.
Zweites Hauptftück.
Vom Religionskriege bis zu den näheren Veranlassun-gen des dreissigjährigen Kriegs.
§)ie alte Kirche, deren Grundfesten die Reformation in ei-nem großen Theile Deutschlands und Europa's erschütterthatte, war zu eng mit weltlicher Macht verbunden, der sic ci-
1) Hausens Geschichte der Universität und Stadt Frankfurta. d. Oder.