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Buch III. Zweites Hauptflück.
Einigung sein, die sich ihm widersetzen und leicht von der Ver-theidigung zum Angriff übergehen konnte. Nun wendeten aucheifrige Katholiken alle Mühe an, ihrerseits eine Vereinigung zubewirken, um den Protestanten die Spitze bieten zu können.Dieses gelang auch dem äußerst thatigen kaiserlichen Kanzler Held1538 durch Stiftung des heiligen Bundes, gewiß nicht ohne KarlsWissen, obgleich dieser den Held verabschiedete und dessen Ver-fahren misbilligte, als er sah, wie sehr dadurch die Protcstan»1542 ten aufgeregt wurden, wahrend Franz I. den Krieg erneuerte.
1544 Kaum war dieser durch den Frieden von Crcspi geendigtworden, so stand auch des Kaisers Beschluß fest, zuerst denWeg friedlicher Vereinigung gegen die Protestanten zu versu-chen, wenn dieses fchlschlagc, sie mit Gewalt zu unterdrücken,wozu er Vorwände und Veranlassungen genug erhielt undder Grund immer vorhanden war. So wurde denn die Kir-
IZ. Dec. chenversammlung zu Trident eröffnet; aber alle Versuche und
1545 Bemühungen des Kaisers, die Protestanten zu bewegen die-selbe zu besuchen und sich ihr zu unterwerfen, waren vergeblich.
Wer die damaligen Verhältnisse beider Parteien unbe-fangen betrachtet, wird das beiderseitige Verfahren in dieserHinsicht ganz natürlich finden. Die Protestanten, welchemenschliches Ansehn in Glaubenssachen und besonders das derKirchenvcrsammlungen nicht anerkannten, konnten sich denBeschlüssen einer solchen durchaus nicht unterwerfen, dennsonst würden sie sich ja nicht von der alten Kirche getrennthaben, welche sich doch wesentlich auf die Entscheidun-gen von Kirchenversammlungen stützte. Sie konnten dahereine solche in keinem andern Sinne wünschen, als um zu be-weisen, daß ihre Glaubenslehre die rechte sei, und um dieseallgemein zu machen, da sie überzeugt waren, daß sie nichtwiderlegt werden könnte. Dieses war auch wirklich unmög-lich, weil sie theils von ganz anderen Grundlagen ihres Glau-bens ausgingcn, theils bei den gemeinschaftlichen Grundlageneine andere Auslegung annahmen als die Katholiken, die ih-rerseits eben so fest die Wahrheit ihres Glaubens behaupteten.Gesetzt also, die Katholiken hätten den Protestanten, wie diesees verlangten, völlig gleiche Rechte und eine entscheidendeStimme cingcräumt, so würde damit weiter Nichts bewirkt