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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Die Reformation bis zum Religionskriege. 307

Lehre, in Fragen und Antworten, und eine Kirchen - undVisitations-Ordnung für die Marken bekannt machen, derenEntwurf vorher den berühmtesten Gottcsgelehrtcn der Refor-mation, Luther, Melanchthvn und Bugenhagen, vorgclegt wor-den war. Er sagte in derselben: alle Bemühungen des Kai-sers, die vorhandenen erschrecklichen Jrrthümer und Misbräuchein der Kirche zu heben, waren vergeblich gewesen, und eineallgemeine Kirchenvcrsammlung sobald nicht zu hoffen. Ihm >sei die Sorge für seine Unterthanen von Gott aufgetragcn,und damit nicht teuflische Secten und Lehren überhand nah-men, habe er, nach Bcrathung mit den besten, gottesfürchtigcn,treuherzigen, erleuchteten Gelehrten und den vornehmsten Präla-ten und Rathen, eine Kirchenordnung, die dem Worte Gottesgemäß verfasst, um abscheuliche Misbräuche abzuschaffen, guteKirchengebräuche als bloße Mitteldinge beizubehalten, wodurcher sich nicht von der wahren Kirche trenne, bei welcher er im-mer verharren wolle. Er versprach gegründeten Unterricht an-zunehmen und sich einer allgemeinen, freien, unparteiischen,in Deutschland zu haltenden Kirchenversammlung zu unter-werfen. Als Unterscheidungslehre wurde angenommen, daß dieRechtfertigung nur durch den Glauben aus bloßer GnadeGottes, allein durch das Verdienst Christi erhalten werde,ohne Verdienst der Werke, obgleich diese nöthig wären. Ein-heit der Gebräuche sei nie gewesen und nicht nöthig; dochsollte Keiner eigenmächtige Änderungen vornehmen, was derKurfürst sich vorbehielt mit Bcirath einer Kirchenvcrsamm-lung oder der Geistlichkeit zu thun '). So blieb die lateini-sche Meßliturgie für das Abendmahl fast ganz wie LuthersAnweisung vom Jahre 1523 sic gab. Die Bischöfe und ihreRechte und viele andere alte Formen des Gottesdienstes, wel-che in Sachsen längst abgeschafft waren, wurden ebenfalls bei-behalten, um die Trennung weniger in das Auge fallen zulassen. Freilich nahm mancher eifrige Protestant Anstoß daran;doch Luther, der in seinen letzteren Jahren in diesem Bezügenachsichtiger geworden war, beruhigte sic, indem er an denPropst Buchholzer, den ersten evangelischen Prediger in Ber-

1) 6orpu8 6»nstitutioin»n Alarcliiear. IV 1. p. 6.

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