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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch III. Erstes Hauptstück.

formation nicht, sondern licffen ruhig geschchn, was geschah.Der Bischof von Brandenburg, Mathias von Iagow, beför-derte dieselbe sehr, und sie verbreitete sich bald durch dasganze Land, wo sie nur bei wenigen Geistlichen Widerstandfand '). Als nun der heftige Feind Luthers, Herzog Georgi. April von Sachsen, starb und sein Land durch seinen Bruder Hein-1539 rich sogleich zur Reformation überging, als sich ferner derKurfürst Albrecht, der Oheim unserer Markgrafen, von Hallenach Mainz begab, da führten sie ihren Entschluß öffentlichaus. Johann, der entschiedener und kräftiger war, ging voran,Joachim folgte nach. Vergeblich wendeten des KurfürstenSchwiegervater, der König Sigismund von Polen, und seinOheim Albrecht alle Mühe an, ihn bei der alten Kirche zuerhalten und wegen der Abstellung der vorhandenen Mißbraucheauf eine allgemeine Kirchcnversammlung zu verweisen. Ervertheidigte seinen Entschluß durch Melanchthons Feder: essei ihm Gcwissenssache, bei dem Zwiespalte in der Religiontüchtige Lehrer anzusetzen, um das Ansehn des Gottesdienstesund die Kirchenzucht aufrecht zu erhalten, die völlig darniederliege. Als ein gerechter Fürst könne er alle Gebrechen undJrrthümer der Kirche nicht mit Feuer und Schwcrdt vcrthei-digen. Weit entfernt sich von der allgemeinen Kirche zu tren-nen, bekenne er sich zu den wahren Lehren derselben, werdesich einer Kirchenversammlung, auf die er bisher vergeblichgewartet habe und welche die Papste nicht berufen wollten,nicht entziehn, das Christcnthum auch ferner, wie er bereitsim Felde gegen die Türken bewiesen, mit Gut und Blut ver-i. Nov. theidigen und wünsche Eintracht. Hierauf empfing er in

1539 Spandau, mit seiner ganzen Familie und dem Hofe, dasAbendmahl unter beiderlei Gestalt, durch den Bischof vonBrandenburg, der dasselbe am folgenden Tage auch in Ber-lin austheilte.

1540 Bald nachher ließ Joachim einen kurzen Begriff der

1) Gerckens brandenburgische Stiftshistorie S. 276.

2) Haftitius sagt doch Nichts von der Familie. Die.sturfürstin

blieb auch wohl katholisch, wie man aus dem Reiseberichte des CardinalCommendon sieht, in snnal. eccles. a. 156l 31.;

allerdings trennte sich auch Joachim nicht völlig von der alten Kirche.