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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
305
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bürg, Herzog von Jägerndorf, war viel zu wenig fest in sei-nen religiösen Ansichten, auch durch weltliche Rücksichten zusehr bestimmt, um sich entscheidend zu erklären, ja er trat 1535sogar mit seinem Neffen Albrecht zum sogenannten kaiserlichenneunjährigen Bunde zur Aufrcchthaltung des Landfriedens.Protestanten aber wie Katholiken waren gleichmäßig gegendiejenigen, die immer weiter gehn wollten, es mochte diesesnun aus Vernunftgründen oder aus Schwärmerei geschchn,und so halfen sie beiderseitig, auch Joachim I., besonders dieTollheiten der Wiedertäufer zu Münster unterdrücken.

Der Kurfürst musste bei seiner Standhaftigkeit noch sehn,wie sich seine nächsten Verwandten, Georg von Jägerndorfund Albrecht in Prcussen, für die Reformation erklärten. Erließ durch seine Söhne Joachim und Johann (1534) kurzvor seinem Tode einen schriftlichen Revers ausstellen, daß siemit allen ihren Ländern katholisch bleiben wollten, und starb 11 .bald nachher. 15l

Obgleich das Hausgesetz des Kurfürsten Albrecht Achilles(1483) die Untheilbarkeit der Marken angeordnet hatte, so ver-fügte dennoch, sehr auffallend, Kurfürst Joachim kurz vor seinemTode, mit Zuziehung der Landständc, eine Thcilung derselben.Demnach erhielt auch wirklich der jüngere Sohn Johann dieNcumark, Sternberg, Krossen, Kotbus und Peitz, alles Übrigemit der Kurwürde siel an dessen ältern Bruder, Joachim II.

Beide Fürsten hatten eine gute Erziehung erhalten, wiesich das von ihrem wissenschaftlich gebildeten Vater erwartenließ. Beide, vorzüglich Joachim, liebten und begünstigten dieWissenschaften. Sie gehörten dabei ihrer Zeit an, hatten inden letzten Jahren ihres Vaters ihre als Anhängerin Luthersnach Sachsen geflüchtete Mutter öfters besucht, und warenso mit Luthers Lehren näher bekannt und ihnen geneigt ge-worden. Dennoch verfuhren sic nach ihrem Regierungsantrittesehr vorsichtig und fast ängstlich in Hinsicht der Einführungder Reformation. Joachims Charakter war durchaus versöhn-lich und wohlwollend und mild bis zur Schwäche. Er hätteso gern eine Vereinigung der streitenden Neligionsparteien be-wirkt und wendete deshalb vielfach vergebliche Mühe an.Anfänglich hinderten beide Brüder die Ausbreitung der Re-Stenzel Gcsch. d. Prcussisch. Staats. I. Zg