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Buch III. Erstes Hauptstück.
einzelne unbedeutende Zwistigkeiten abgerechnet, das gute Ver-nehmen erhalten und spater durch Familienbande immerinniger.
Die Heftigkeit, mit welcher sich Joachim der Reformationwiderfetzte, wurde Veranlassung zu vielen Nachtheilen für dieKatholiken selbst. Auf dem Reichstage zu Augsburg, als dieLutheraner ihr Glaubensbckenntniß übergeben hatten, sollteein Ausschuß der katholischen Fürsten, unter denen auch Joachimwar^ Unterhandlungen zur Ausgleichung der Streitigkeitenvorbereitcn. Als hier der gemäßigte Bischof von Augsburgausscrte, Luthers Lehrsätze griffen nicht den Glauben, sonderndie Misbräuche der römischen Kirche an, so widersprach ihmder Kurfürst so hitzig, daß es zu bitteren Vorwürfen, ja Schelt-worten kam, und der Erzbischof von Mainz Mühe hatteTätlichkeiten zu verhindern. Leider wurde der heftige Kur-fürst ebenfalls beauftragt den Evangelischen den Beschluß desReichstags anzukündigen, welcher ihr Glaubensbekenntniß ver-warf, wozu der Kurfürst drohend sagte: wenn die Evangeli-schen den Abschied nicht annähmen, so hätten sich die Fürstenmit dem Kaiser verbunden, Leib und Gut und alles Vermö-gen daran zu setzen, bis dieser Handel geendet werde. Erwarf ihnen vor, den Bauernaufruhr erweckt, Kurfürsten undFürsten geschmähet, Abte und Mönche ausgctrieben zu haben,deren Wiedereinsetzung der Kaiser nun verlange. Sein Bru-der, der kluge Erzbischof Albrecht, und andere katholische Für-sten, welche auch wohl sahen, daß es noch nicht Zeit sei Ge-walt zu brauchen, suchten durch freundliche Versicherungen,wie sehr sie Joachims Heftigkeit misbilligtcn, die beleidigtenevangelischen Fürsten zu beruhigen; allein diese waren durchdie Drohungen dermaßen gereizt, daß sie daran dachten sichmit den Waffen gegen einen Angriff zu wehren. Luthermahnte sie mit lebendiger Rede zur Vertheidigung des Glau-bens auf, und sie schlossen zu Schmalkalden ein Verthcidi-gungsbündniß auf sechs Jahre für den Fall, wenn sie wegenihrer Religion angegriffen werden sollten. Von unfern Für-sten trat anfänglich keiner zu dem Bunde, so nothwendig ih-nen dieses auch hätte scheinen müssen. Der auf dem Reichstagezu Augsburg plötzlich so eifrige Markgraf Georg von Branden-