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Buch UI. Erstes Hauptstück.
Nun begab sich der neue Herzog nach Preusscn, wo ervon den vielen Anhängern der Reformation, besonders in Kö-nigsberg, mit offenem Jubel empfangen wurde. Auf einemin der Hauptstadt versammelten Landtage (25. Mai) setztenkönigliche Gcvollmächtigte den Herzog in die landesherrlicheGewalt ein, die Bischöfe von Pomesanien und Samland unddie übrigen Stande huldigten ihm als erblichem Fürsten. DerBischof von Samland, dieser eifrige und aufrichtige Beförde-rer der Reformation, verzichtete sogleich öffentlich auf die bi-schöfliche Gewalt und übergab alle dem Hochstifte gehörigeGüter dem Herzoge, von dem er zum Lebensunterhalte einSchloß mit sehr mäßigen Einkünften erhielt; ein hochherziger,aufrichtiger Protestant, der unter dem Deckmantel der Reli-gion nicht äussere Vorthcile suchte, vielmehr freiwillig diejeni-gen aufgab, welche er hatte, weil er deren Besitz als mit sei-ner religiösen Überzeugung unverträglich ansah. Die wenigenRitter, welche noch im Orden blieben, konnten keinen Wider-stand leisten; fast alle verhciratheten sich. Herzog Erich vonBraunschwcig, welcher Memel gegen den Herzog vertheidigenwollte, musste das aufgebcn und ging mit den übrigen unzu-friedenen Rittern nach Deutschland.
So war denn ein allerdings höchst auffallendes und fürdie katholische Kirche gefährliches Beispiel durch den Mark-grafen Albrecht gegeben worden. Ein geistlicher Fürst warnicht nur zur Reformation übergetreten, sondern weltlicherFürst des ihm untergebenen Landes geblieben, ja er hatte sichdasselbe erblich zusichern lassen und es mit seinen Einwohnerndem Glauben und der Herrschaft der alten Kirche völlig ent-zogen. Es war ganz klar, daß er damit umging sich zu ver-mählen, was er auch bald darauf mit der Tochter KönigFriedrichs II. von Dänemark that, welcher sich auch zum Lu-therthum hielt. Wie, wenn die mächtigen deutschen Bischöfedasselbe ihatcn, und die Versuchung zur Nachfolge lag nahegenug. Allein auch ausserdem musste man sich wundern, daßder äusserliche Gegner der Reformation, König Sigismundvon Polen, seine Hand zu Albrechts Unternehmen bot, dasselbevielleicht vekanlasstc. Mag dieser, ohnehin ein schwacher, un-cntsclllossencr Herr, sich über einen Neligionswcchscl nicht näher