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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Die Reformation bis zum Religionskriege. 295

erklärt haben, so konnte dem Könige doch eben Albrechts Cha-rakter und das, was in Prcusscn bereits im Jahre 1524 fürdie Reformation gescheht! war, kein Gchcinmiß sein. Nunhatte sich der König sogar verpflichtet seinen Neffen zu ver-thcidigcn, und die katholische Kirche verlor sonach fast alleHoffnung, Prcusscn für sich durch Waffengewalt wieder ge-winnen zu können. Was half cs denn nun, daß Papst Cle-mens VII. das Unrechtmäßige dieses Verfahrens darzuthunbemühet war, daß der Orden in Deutschland protcstirte, einenneuen Hochmeister, den Walther von Kronberg, wählte, dender Kaiser (1527) zum Administrator des Hochmeistcrthumsvon Prcusscn ernannte. Dieser nahm seinen Sitz in Mer-gentheim und beschwerte sich bei dem Kaiser über Albrecht,welcher den Herzog (1530) auffodcrte Prcusscn zu räumen.Das Rcichskammcrgcricht erkannte die Acht gegen den Herzog,und der Kaiser bestätigte diese (1533). Mit Schriften konnteaber der Handel nicht geschlichtet werden, der Schutz des Kö-nigs von Polen, die Entfernung vom Reiche und die ander-weitigen Beschäftigungen des Kaisers hinderten kräftige Maß-regeln.

Trotz aller Bemühungen des Königs Sigismund undder Bischöfe von Kujavien und Ermeland nahm die Refor-mation in den wcstprcussischen Städten und auch auf demLande überhand, und endlich musste der König mildere Maß-regeln ergreifen, um nicht das Land zum Abfälle an Albrechtzu bringen. Gegen das Ende seines Lebens hemmte er die Re-formation nur wenig, wenn er dieselbe auch öffentlich nie be-förderte. Die Duldsamkeit seines Nachfolgers, SigismundAugust (seit 1548), war den Protestanten in Prcusscn undPolen sehr förderlich. Albrecht blieb also Herzog bis an seinenTod, und weder der Kaiser noch der Orden vermochten ihmetwas von Bedeutung anzuhaben.

Es war natürlich, daß eine so weit verbreitete und be-sonders tief in alle Lebensvcrhältnissc eingreifende Umwälzungder Rcligionsangelegcnheitcn nicht ohne mannichfache Übel-stände bewirkt werden konnte. Theils wirkliche Misvcrständ-nisse, theils ein übereiltes Dorschreiten, theils böser Wille undUbermuth oder Schwärmerei Einzelner bewirkten, erneuerten