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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Die Reformation bis zum Religionskriege. 289

deckt waren, wurden Kugeln gegossen, vieles Kirchcnsilber indie Münze gegeben, Geld zu sehr geringem Gehalte ausge-prägt und ein Darlchn erzwungen. Doch die Polen konntenden Krieg immer langer aushaltcn als Albrecht. Preusscnwurde zum ansehnlichen Theile sehr verheert, viele Dörfer ver-brannt, und der Hochmeister, dessen eigene Söldner ihn be-drängten, verdankte nur der Vermittlung des Kaisers und an- 7. Apr.derer Fürsten einen Waffenstillstand auf vier Jahre. 1521

Wir haben bereits gesehn, welch eigenmächtiges Verfah-ren sich der Hochmeister in den wichtigsten Sachen, besondersbei der Trennung Licflands von Preusscn, erlaubt hatte.

Nach dem Kriege ließ er Befehle, die sonst nur mit Zuzie-hung der Stände erlassen werden dursten, ohne weiteres öffent-lich anschlagcn, die vor den Polen und Tartaren nach Königs-berg gebrachten Kirchenschätze in die Münze bringen, undwusste auch die Stände sehr listig zur Bewilligung hoherSteuern zu bewegen. Dann ernannte er den Bischof vonSamland, Georg von Polenz, zum Statthalter, einen ihmfrüher in Italien, wo Beide Kriegsdienste unter dem KaiserMaximilian geleistet hatten, befreundeten Mann '), dem ersicher vertrauen konnte, und begab sich nach Deutschland, wie 1522man sagte, um Hülfe für den Orden zu finden. Es scheintnicht daß er viele Hoffnungen für den Orden hatte, denn erließ sich mit dem vertriebenen Könige von Dänemark, Chri-stian H., ein und brachte zwölftausend Mann zusammen, die-sem sein Reich wieder erobern zu helfen. Christian hatte ihnmit dem Vorgebcn des Besitzes großer Schätze getäuscht, Al-brecht war gcnöthigt sein Silbergeschirr zu verkaufen, unddas Heer verlief sich sogleich ^). Der Hochmeister besuchtenun den Reichstag zu Nürnberg, noch einen letzten Versuch 1524um Hülfe zu machen. Er stellte hier die Verbindung desOrdens mit dem Reiche wieder her, nahm als ReichsfürstSitz und Stimme unter den geistlichen Fürsten, suchte abervergebens Unterstützung. Von seinen Brüdern, die bereits ih-

1) Vita Oeoi'gil L kolentis. kroxrainmn IV. et V. <Is prlmiseaerorum relorinatoridu» in krussiu. Ue^iomoiiti 1825 et 1827 in 4.

2) Beiträge zur Kunde Preußens. Bd. VI. S. 224.

Stenzel Gesch. d. Preußisch. Staats I.