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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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287
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Die Reformation bis zum Religionskriege. L87

Polen Nichts vermöchte, und die Mehrheit der Brüder kam«nf den Gedanken, die gemeinsamen Angelegenheiten dadurchzu bessern, daß sie einen Fürsten an ihre Spitze stellten unddadurch ein mächtiges Haus für sich gewännen. Der Ver-such mit dem Herzoge Friedrich von Sachsen (1498) warohne bedeutenden Erfolg. Indem jedoch die Polen es zwölfJahre hindurch, wenn auch nicht ganz ruhig, mit ansahcn,daß der Hochmeister den Huldigungscid weigerte, so schiendieses zu beweisen, daß sie sich auch ferner wohl etwas nach-giebiger gegen einen Fürstensohn bezeigen würden als gegeneinen Andern ^). Diejenigen welche erwogen, daß die Für-sten zu eigenmächtig handelten und daß ihr Hofstaat zu vielKosten verursache, wurden überstimmt und Markgraf Albrechtvon Brandenburg, Sohn Friedrichs von Ansbach und Enkeldes Kurfürsten Albrecht Achilles, zum Hochmeister erwählt. 1511Die Hauptveranlassung zur Wahl dieses zwanzigjährigen Prin-zen war weniger dessen eigene Hausmacht, denn sein Vaterlebte noch, und sieben Brüder und mehrere Schwestern liessenihm keine Aussicht auf reiche Iahrgelder, wohl aber seinenahe Verwandtschaft mit dem Kurfürsten Joachim I. vonBrandenburg und noch mehr, daß er der Schwestersohn Kö-nig Sigismunds von Polen war. Die Ritter hofften, dieserwürde seinem Neffen die dem Orden durch den thorncr Frie-den entrissenen Länder zurückgcbcn; zugleich suchten sie in en-gere Verbindung mit dem deutschen Reiche zu kommen, wassie sonst nie gewollt hatten.

Man muß gestehn, daß König Sigismund alles nurMögliche that, um den Frieden mit dem Orden und ein gu-tes Vernehmen mit seinem Neffen, dem Hochmeister, zu er-halten. Er ließ diesen ruhig durch Polen nach Preusscn ziehn,befahl den polnischen Beamteten ihn überall achtungsvoll zuempfangen, erbot sich dem Orden ein Stück Landes in Podo-lien oder Roth-Rußland abzutreten und dem Hochmeister jähr-lich zweitausend Goldguldcn zu zahlen, damit die Ritter ih-rem Gelübde genügen und gegen Ungläubige kämpfen könn-ten, was an der Grenze der Ordensländer nicht mehr möglich

1) Baczko, Geschichte Preussens Bd. IV.