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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch III. Erstes Hauptstück.

Überzeugung des Mannes, welcher predigte, oft ohne ihn zuverstehn oder doch völlig zu begreifen, denn wie viele Gegen-stände wurden nicht damals öffentlich verhandelt, die viel zuhoch für die Beurthcilung des gemeinen Mannes standen.Man erinnere sich nur der großen Wirkung jener lateinischenPredigten des begeisterten Capistran in Breslau auf die Menge,die kein Wort von dem verstand was er sagte und weglies,sobald cs ihr verdeutscht wurde.

Wenn man nun weiter bedenkt, wie innig in dem katho-lischen Kirchenwcsen Geistliches mit Weltlichem verbunden war,wie dieses nun völlig gesondert wurde und die frühere Machtund der Reichthum der Geistlichkeit den Fürsten zuwuchs, wiedie Reformation ausser dem Staatsleben in das gesammte bür-gerliche, kirchliche und selbst Familien-Leben eingriff, wie anfäng-lich dadurch überall Trennung und Verwirrung eintrctcn musste,so begreift man, welche völlige Umwandlung der inner» undäußern Verhältnisse der menschlichen Gesellschaft durch dieReformation bewirkt worden ist. Was wäre denn in unserenLändern noch übrig geblieben, ohne von ihr berührt wordenzu sein? Und doch sollte eins derselben zum merkwürdigenBeispiele dienen, wie durch die Reformation dessen gesammteVerhältnisse noch durchgreifender verändert werden konnten, alscs bei den übrigen der Fall war. Dies Land war Preußen.

Wir haben gesehn, wie das Reich des Ordens an derOstsee in zwei Haupttheile getrennt wurde, sodaß Westprcussenunmittelbar unter Polen kam, Ostpreußen mittelbar, insofernder unglückliche Hochmeister, Ludwig von Erlichshausen, ge-zwungen wurde Vasall des Königs von Polen zu werden.Sein Nachfolger, Heinrich Reuß von Plauen (seit 1469),wendete alle Mühe an, die Lage des Ordens zu bessern; den-noch musste er, wie Heinrich Nessle von Richtenberg (seit1470), dem Könige von Polen huldigen. Martin Truchseß vonWetzhauscn (seit 1476) wagte es den Eid zu weigern, inder Hoffnung, bei der damals verwickelten Lage Polens sichganz von dessen Herrschaft befreien zu können. Bald verlas-sen von seinen Bundesgenossen, muffte er sich unterwerfen,wie auch sein Nachfolger, Hanns von Tieffen (seit 1489),that. Endlich überzeugte sich der Orden, daß er allein gegen