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Buch m. Erstes Hauptstück.
hältnißmäßig nicht unbedeutender Ferne ereignet hatten. Seitdem Jahre 1519 wurden, gewöhnlich wenige Monate nach-dem Luther, Zwingli und andere Häupter der Reformationihre Schriften herausgcgcben hatten, dieselben in Breslaunachgedruckt und so verbreitet. Mönche und Nonnen vcrliessenhier sehr zahlreich ihre Kloster, verheirathctcn sich, und seitdem Jahre 1523 hatte die Reformation in Breslau entschie-den die Oberhand gewonnen. Der Magistrat setzte schon imOctober dieses Jahrs den Domherrn und Do. Johann Hes-sus als ersten lutherischen Pastor an der Marien-Magdalcnen-Kirche ein ').
In Polen hatten sich die Anhänger der Lehre des Huß,ohngeachtct viele von ihnen verbrannt worden waren, dennochso vermehrt, daß der versammelte Adel Groß - Polens amEnde des fünfzehnten Jahrhunderts die Austheilung des Abend-mahls unter zweierlei Gestalt verlangte. Daher verbreitete sichdie Reformation auch hier schnell, trotz alles Widerstands meh-rerer Bischöfe und der strengen Verordnung König Sigis-munds. Ebenso war Herzog Bogislaus X. von Pommern,der in seinen letzten Jahren die Regierung ziemlich unordent-lich führte und sich vielen Ausschweifungen hingab, ein Geg-ner Luthers, welcher ihm bei einem Gespräch spöttisch dieWahrheit gesagt hatte. Den Bischof von Kamin verdroß esnatürlich, daß Luther in seiner Gegenwart auf der Kanzel„von Ölbischüfcn sprach, die ihrer Schafe nicht warteten, son-dern auf großen Hengsten ritten, viel goldene Ringe an dieFinger steckten, die Hände aufhöben und sängen äominus vo-scksoum, womit sie ihr Amt ausrichteten. Solche Dreck-bischöfe sollte man mit Lungen werfen." Doch fand LuthersLehre Eingang im Volke und Schutz bei einigen Räthen desHerzogs. Als Bogislaus X. starb und sein Land nun wiederin zwei Linien zerfiel, so erklärten sich sein Sohn Barnim IX.von Wolgast und sein Enkel Philipp I. von Stettin für die
1) Bergt. H ensels protestantische Kirchen-Geschichte. Fuchs Ma-terialien zur Rcligions - Geschichte Oberschlesiens, enthält sehr schätz-bare urkundliche Nachrichten. Ehrhardts Presbyterologie des evangeli-schen Schlesiens, eine flüssige doch geschmacklose Anhäufung von Mate-rialien.