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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Die Reformatio» bis zum Religionskriege. 281

streitig zunächst Veranlassung, daß seine neue Universität Frank-furt sich Tezcls gegen Luther annahm, ihm die theologischeDoctorwürde crtheilte und sich im Kampfe gegen die vonWittenberg ausgegangene Reformation durch Schriften undDisputationen erschöpfte. Es wurde wesentlich dadurch Nichtsals der Verfall der Universität bewirkt, welche den ungleichenStreit mit den Wittenberger Reformatoren nicht aushaltcnkonnte. Den kräftigen und stolzen Joachim als Mann erbit-terte der Muth und die Zuversicht des Reformators, den stren-gen Fürsten brachten die bürgerlichen Unordnungen auf, welchebei jeder Umwälzung bestehender Verhältnisse unvermeidlich sind.Gern hätte der Kurfürst Luthern mit Gewalt unterdrückt, selbstauf Kosten seiner Ehre, wie er denn mit dazu rieth demsel-ben als einem Ketzer das nach Worms gegebene freie Geleitenicht zu halten. Er trennte sich der Reformation wegenvon seiner Gemahlin und blieb Luthers Feind, solange erlebte. Der Bischof von Brandenburg, Mathias von Jagow,musste sich schriftlich verpflichten die Ketzereien zu bekämpfen >),ebenso seine Söhne, den katholischen Glauben nicht zu ver-lassen. Allerdings hemmte er dadurch die Fortschritte der Re-formation in seinem Lande, doch heimlich verbreitete sie sichauch hier, sodaß die Marken bald nach seinem Tode unterbesonderer Theilnahme des Bischofs Mathias von Jagowganz lutherisch waren und seine Söhne ebenfalls sich zur ge-reinigten Lehrform bekannten.

In Schlesien waren die Oberrcgcnten, sowohl KönigLudwig als nach dessen Tode König Ferdinand I., KaiserKarls V. Bruder, sehr gegen die Reformation; allein KönigLudwig war ein schwacher Fürst, den, wie die Ungarn behaup-ten, sein Erzieher, Markgraf Georg von Brandenburg ausdem fränkischen Hause, verdorben hatte, um bei der Untaug-lichkcit des Königs desto größern Einfluß zu behaupten. Esist wahr, daß Georg den Beinamen des Frommen, den ihmdie Protestanten vorzugsweise geben, wohl nicht verdient-);

1) Gerckens brandenburgische Stistshistoric S. 274.

2) Bergt. Lang's Geschichte des Fürstenthums Baireuth. LH. II.S. Z. vcrgl. S. 22 und andere Stillen. Es ist das eins von Len sei-