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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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'Die Reformation bis zum Religionskriege. 279

stützung, was hauptsächlich ihm den Erfolg sicherte, sonderneben sein ganzes Wesen in Fehlern und Tugenden so ganznaturgemäß. Daß er kein Heiliger war, welcher Wunder zuthun vorgab, sondern ein Mensch durch und durch, das zogdie besseren Menschen zu ihm hin, das erwarb ihm Freundeund Anhänger; der unerschrockene Muth, welcher sich auf dasvolle Bewusstsein reiner und uneigennütziger Absichten zumWohlc der Menschen, ohne irgend eine Spur von Selbstsucht,auch bei seinen Schwächen nicht, stützte, verschaffte ihm den Siegüber seine Gegner, die wohl fühlten, daß sic kein gutes Ge-wissen hatten, sondern eigennützige Nebenzwecke verfolgten, in-dem sie für die Religion zu kämpfen Vorgaben. Dieses warsehr deutlich der Fall bei dem Fürsten, welchem es zunächst injeder Hinsicht obgclcgcn hatte sich Luthers Unternehmungenzu widcrsctzcn, dem Cardinal Albrccht, Kurfürsten von Mainz,Erzbischöfe von Magdeburg und Bischöfe von Halberstadt,Bruder des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg. Kur-fürst Joachim hatte alle Mühe angewcndct, seinen jüngcrnBruder so glänzend als möglich zu versorgen, sowohl umsich der ausserordentlichen Ausgaben für denselben zu entle-digen, als auch im Reiche seinem Hause eine bedeutende Un-terstützung zu verschaffen. Es war sehr gewöhnlich, daß diereichen deutschen Bisthümcr zur Abfindung der nachgcborencnFürstcnsöhne dienten, welche auch häufig mehrere solcher ho-hen Pfründen zugleich erhielten. Albrccht war ein durch Bil-dung, Kenntnisse und Klugheit ausgezeichneter Fürst, der ohnedie große Bewegung der Reformation einen glanzendem Ruhmim Reiche erworben haben würde, als dies nun möglich war.Daß ein solcher Mann die Religion und Kirche und was mitdieser zusammenhing, wenn er je über deren Wesen ernstlichernachdachte, nur insofern als Dinge von hoher Bedeutung an-sah, als er dadurch ein nicht nur gemächliches, sondern selbstprächtiges Leben führen konnte, darf nicht in Verwunderungsetzen; denn diese Ansichten waren damals unter der gebildete-ren Geistlichkeit vom Papste bis zum Abte und Domherrn,vorzüglich in Italien, am meisten in Rom, allgemein. Diewenigen Besseren seufzten und hielten Änderung für gefähr-lich oder unmöglich; das dumme Volk glaubte, gehorchte und