Übersicht.
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Wratislav, reiten, worauf das Land aufgcbotcn wurde, die ver-wittwete Herzogin nach Danzig flüchtete und Bogislav X. dieRegierung übernahm. Man kann sich denken, in welchem Zu-stande er die Verwaltung seines Landes, besonders der Finarr-zcn desselben, fand. Die reinen Einkünfte des HerzogthumsStettin, welche in des Herzogs Hände kamen, betrugen hun-dert fünf und zwanzig, die von Wolgast dreihundert vier unddrcissig, die von Bart etwa drei und dreissig rheinische Gold-guldcn, welche damals zu dem Werthe von zwei Lhalcrn zehnSilbcrgroschcn jetzigen Geldes ausgeprägt wurden, wonach sichder reine Gesammtbetrag des Hcrzogthums Pommern auf un-gefähr tausend einhundert und fünfzig Thaler belief. AllesÜbrige war verpfändet und durchgebracht bei der unordentli-chen Wirthschaft, denn kein Rentmeister und Zöllner hielt or-dentliche Register und legte Rechenschaft ab. Damit einSchein ansehnlichen Einkommens bewahrt würde, setzten sie allegrobe Münze in kleine Pfennige um und brachten deren großeHaufen, die wenig galten, an den Hof. Bisweilen hattensie auch einzelne Goldguldcn, welche sie dem Herzoge heimlichzusteckten, als wär's eine große Sache, daß dieser dann meinte,sie sollten auch Etwas behalten. Natürlich mangelte dein Her-zoge immer Geld sein Hofgesinde zu besolden, welches dannzur Nachtzeit ausritt, auf der Straße Beute zu holen durchBeraubung der Kauflcute. Der Herzog konnte das nicht wohlbestrafen, musste es ihnen nachschn, und der übrige Adel bliebnicht zurück im Rauben und Plündern. Der Herzog, der aus-serdem nicht leben konnte, legte sich mit seinem Hofgesindeoft mehrere Monate hindurch in die reichen Klöster, welchevon seinen Vorfahren mit vielen Gütern begabt worden waren.
Es brachten nun getreue Diener, Dinnics von der Osten,Heinrich Bork, Werner von der Schulcnburg, Jürge Kleistund Andere die Verwaltung in bessere Ordnung, legten Ver-zeichnisse aller Einkünfte und verpfändeten Stücke an, setztengetreue Rcnt-Beamtete und Zöllner ein; die Kloster, um si'chdcs beschwerlichen Einlagcrs zu entledigen, verstanden sich zujährlichen bestimmten Lieferungen an Geld, Korn und Vieh,die Landstande bewilligten eine Steuer, die verpfändeten Stückewurden eingelöst, die Bedürfnisse des Hofhalts an Getränk,