Brandenburg unter Joachim. 251
dem aufblühenden Wittenberg in die Schranken zu treten, alsdieses der Sitz der bald sich entwickelnden Kirchen-Verbesse-rung wurde, wahrend Frankfurt und Kurfürst Joachim sichderselben widersctztcn. Dieses veranlasst uns die wichtigstenErgebnisse des von uns dargestcllten Zeitraums übersichtlichzusammenzufassen, soweit sie für die nächste Periode einfluß-reich waren.
Elftes Hauptstück.
Übersicht der inneren und äusseren Verhältnisse im zwei-ten Zeiträume, vom Anfänge des vierzehnten bis zumAnfänge des sechzehnten Jahrhunderts.
Überblicken wir die äußerlichen Verhältnisse unserer Lander,wie sich dieselben bis zum Anfänge des sechszchntcn Jahrhun-derts entwickelt hatten, so finden wir besonders die MachtPolens unter dem Jagellonen Kasimir und dessen drei nacheinander regierenden Söhnen hoch gestiegen, durch die Erwer-bung Wcstpreussens und die Abhängigkeit des geschwächtendeutschen Ordens in Ostpreußen, bis endlich, nach dem Aus-sterbcn der Herzoge von Masovicn (1526), König Sigismundauch dieses Land wieder mit dem Reiche vereinigte. Hierdurchwurde für den Orden die Möglichkeit, seine ehemalige Unab-hängigkeit wieder zu erringen, immer schwacher, obgleich er dieHoffnung dazu noch nicht aufgab.
In Pommern war der kräftige Herzog BogislavX. soglücklich gewesen, nach dem Ausstcrben aller einzelnen Liniendes Hauses zuletzt (1478) das ganze Land allein zu erhalten.-In früherer Zeit, als die Nachbarn schwächer waren, würdedieses wichtiger gewesen sein; allein jetzt, bei der Nähe der pol-nischen und brandenburgischcn Macht, konnte Pommern nursich selbst unabhängig behaupten.
Brandenburg hatte sich wieder festgestellt und gegen Schle-sien und die Lausitz ausgedehnt, durch die Tüchtigkeit der er-