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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Brandenburg unter Johann.

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jeder Kurfürst in seinem Lande eine hohe Schule errichten.Leider fehlte es nur zu häufig am nöthigcn Gelbe und an ge-schickten Männern, um sic cinzurichten, selbst wo, wie in Bran-denburg, die Fürsten gern die Hand dazu boten. Doch mussteder Zufall cs fügen, daß sich dem Kurfürsten eine günstigeGelegenheit zeigte, seine Wünsche verwirklichen zu können.

Durch schwere Krankheit an der Wassersucht kam der Kur-fürst in mehrfache Berührung mit dem Professor der Mcdicinan der Universität Leipzig, Simon Pistoris. Es hatte sichum diese Zeit zugleich in mehreren Ländern mit reissender 1493Schnelligkeit die venerische Seuche verbreitet, welche in Italienund Deutschland die Franzosen genannt wurde und bereits imJahre 1498 in Breslau erschien '). Die furchtbaren Wirkun-gen dieser Krankheit an Päpsten, Bischöfen, Fürsten und jederBolksclasse hatten natürlich die Aufmerksamkeit der Arzte er-regt, und in Leipzig war der Doctor Pistoris mit einem sei-ner College», dem Doctor Pollich, in heftigen Streit gera-then, weil Jener behauptete, diese Krankheit sei nicht neu undtheile sich nur durch fleischliche Berührung der Angestecktcn mit,dieser dagegen annahm, die Krankheit sei neu und verbreitesich durch die Luft. Beide Streiter glaubten nicht mehr ne-ben einander auf einer Universität leben zu können und such-ten einen andern Aufenthalt, wo möglich eine Universität, dasie das academische Leben nicht aufgebcn wollten. UnsermKurfürsten war ein Mann, der mit den Einrichtungen derUniversität Leipzig bekannt, dazu ein berühmter Arzt war, dop-pelt willkommen; er ging gern in die Vorschläge ein, welcheihm Pistoris wegen Anlegung einer Universität in der Markmachte. Frankfurt an der Oder wurde wegen bequemer Lageund Wohlfeilheit der Lebensmittel ausersehn der Sitz dersel-ben zu sein. Bei der innern Einrichtung nahm Pistoris dieUniversitäten Leipzig, Prag und Paris zum Vorbilde, wäh-rend sein Gegner Pollich den Kurfürsten Friedrich den Weisen

1) Handschriftliche Nachricht im Raths-Archive zu Breslau. Einerder auf dem Gebirge (wo die schönen Frauen wohnten) den Frauen Ge-walt angethan, an der Male-francosa krank gewesen, auch mit bösenWürfeln umgegangen, ist aus der Stadt verwiesen worden auf hundert. Jahre und einen Tag.