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Buch II. Zehntes Hauptstück.
den. Ein mehr als hundertjähriger, kaum durch unbedeutendeStörungen unterbrochener äusserer Friede in den Markenwirkte nun wohl auch auf Befestigung der inneren Ruhe; dochkonnte man nicht sagen, daß die nächstfolgenden Kurfürstenihre Stellung sowohl im Reiche als bei den nun bald aus-brechenden Kirchcn-Streitigkeiten und im Innern ihrer Länderso richtig zu würdigen gewusst hätten als ihre ersten Vorgän-ger. Daher bildet schon die Regierung des friedlichen und denWissenschaften geneigten Kurfürsten Johann einen wahren Ge-gensatz gegen die seines kriegerischen Vaters Albrecht, ohnedarum weniger merkwürdig zu sein, da sie zugleich die Wen-dung bezeichnet, welche das Ende des fünfzehnten und denAnfang des sechszehnten Jahrhunderts von der frühem Zeitzu scheiden begann.
Es ist von nicht großer Bedeutung, daß er auf einem1488 Landtage die Bewilligung der Bierziese auf sieben Jahre er-hielt, die altmärkischen Städte, in welchen die Bürger deshalbAufstände erregten, bezwang und mit Entziehung ihrer Haupt-Privilegien bestrafte, obgleich das wenigstens Kraft und Be-harrlichkeit des Kurfürsten zeigt, seine Regierungs-Gewalt imInnern nicht schwächen zu lassen. Die Herrschaft Gossen kaufte1490 er für sechszehntausend rheinische Gulden und vermehrte da-durch seine Besitzungen, obgleich nicht so ansehnlich wie seineVorgänger, was auch nicht wohl möglich war. Wir möchtenauch wenig darauf geben, daß ihm eine ungemeine Fertigkeitsich in der lateinischen Sprache vorzüglich gut auszudrückenden Beinamen des deutschen Cicero verschafft haben soll, wenndieses nicht gerade einen Beweis seiner Liebe nicht nur fürnothdürstige Kenntnisse, sondern für die wissenschaftliche Bil-dung überhaupt gäbe, welche sich nun schon allgemeiner ver-breitete und selbst für Fürsten ein Bedürfnis, wurde.
Die vor kurzer Zeit erfundene, in Breslau bereits imJahre 1475 geübte Buchdruckerkunst zeigte bald ihre entschei-denden Wirkungen.
1495 Es hatte schon auf dem Reichstage zu Worms König Ma-ximilian, dieser Fürst, der sieben Hauptleutcn in sieben ver-schiedenen Sprachen Befehle gab und den Werth wissenschaft-licher Bildung erkannte, den Antrag gemacht, es möge ein