Brandenburg unter Alb recht. '247
werden und es nie mehr als drei regierende Linien geben, dieMarken selbst aber immer ungetheilt bleiben. Sämmtliche Lan-der füllten dem ganzen Hause zur gcsammten Hand zustchn,
Nichts von Land und Leuten, Schlössern und Städten, wasAlbrecht hinterliesse, je verpfändet oder verkauft werden, unddie Töchter, welche hcirathcn würden, eine Ausstattung undzehntausend rheinische Gulden Hcirathsgut erhalten. Wennauch die Bestimmungen dieses Haus-Gesetzes nicht immer ganzbeachtet wurden, so boten sic doch einen Anhalt gegen zu großeund dauernde Zersplitterung der Länder und gegen das da-durch natürliche Sinken des Anschns der Familie.
Nachdem der Kurfürst, obgleich bereits so schwach, daßer sich musste in einem Sessel tragen lassen, noch auf demReichstage zu Frankfurt die Wahl des trefflichen Maximilian,dieser Zierde des habsburgischen Stammes, zum römischenKönige befördert hatte, starb er daselbst, und cs folgten ihm 11. Märzseine Söhne, in der Kurmark Johann, in Franken Friedrich, 1486der mit seinem Bruder Sigismund gemeinschaftlich regierteund eine eigene Linie stiftete, welche erst im Anfänge des sieb-zehnten Jahrhunderts ausstarb.
Fassen wir die Geschichte der drei ersten hohenzollerischenFürsten in Brandenburg unter bestimmten Gcsichtspuncten zu-sammen, so sehn wir, daß sic sammtlich ihre Herrschaft gegendie Nachbarn ausdehnten und ihre Regierungs-Gewalt im In-nern vergrößerten. Der erste Friedrich legte den Grund zurBändigung des Adels, der zweite brach die Freiheiten undgroßen Vorrechte Berlins und konnte nun in seinem Haupt-sitze ungehinderter als andere Fürsten in ihren größeren Städ-ten wohnen und herrschen; Albrecht Achilles endlich sing an,die Stände mit ausserordentlichen Steuern und Zöllen zu be-drängen und verstand seinen Willen durchzusetzcn. WenngleichFriedrich II. am meisten von ihnen in den Marken lebte, sozog ihn dennoch zuletzt die Sehnsucht nach Franken zurück,wo auch sein Vater starb und wo sich Albrecht am häufigstenaufhiclt. Diese Fürsten blieben daher, umgeben von fränki-schen Räthcn, den Marken fremder als gut war. Einheimi-scher wurden ihre Nachkommen, welche deshalb auch dem Landezugcthancr waren und von den Bewohnern mehr geliebt wur-