Brandenburg unter Al brecht.
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Straßen zu bereiten und die Landes-Beschädiger auszurotten.
Man sing die von Adel und enthauptete sie, ihre Knechte wur-den mit Zangen gerissen und gerädert. Der König Wladislaus 1508schickte hundert Husaren zum Schutze der Breslauer aus, dieLotter, Diebe, Räuber und Landes-Beschadiger, wo sie sichfanden, zu fangen, ihre Behausungen, Festen, Markte, Dörferund Schlösser zu erstürmen, ihre Güter für den König einzu-zichn, und befahl dem Rathc zu Breslau alle Straßcnräuberund Diebe, wo sie wären, zu fangen und zu richten. Eswar nur schlimm, daß die Fürsten selbst noch öfters einanderoder die Städte befehdeten und den Räubern Schutz gewähr-ten. Kräftig griff im Brandcnburgischen Kurfürst Albrecht durch,indem er allen seinen Unterthanen befahl Straßenräubern nach-zujagen, sie vor Gericht zu bringen, bei verdächtigen Bandendas Landgeschrei zu erheben und ohne Ansehn der Person ge-gen Bcschädiger zu verfahren, weil er als Regierer des Lan-des verpflichtet sei dessen Sicherheit zu erhalten. Dennochkonnte er den Adel der Altmark und Priegnitz, dessen Raub-schlösser er zerstören ließ, nicht so vollständig bändigen, daßdieser ganz ruhig geblieben wäre.
Allerdings hinderte seine häufige Abwesenheit und die be-schränkte Macht, die sein Sohn als Statthalter in den Mar-ken hatte, die Herstellung guter Ordnung sehr. Überhauptbietet uns die Regierung des Markgrafen Albrecht ein ziemlichvollständiges Bild der Fürsten am Ende des Mittelalters. Aufder einen Seite ungemeine, bis zur Üppigkeit und Verschwen-dung gehende Pracht und durchgreifende Gewalt, auf der an-dern Armuth, Schulden, Elend und Schwäche. Dort sehenwir Albrecht in Franken, mit zahlreichem, prächtigem Gefolge,bei glänzenden Festen; hier finden wir seinen Sohn, den Statt-halter der Mark, in großer Verlegenheit, nur wenige hundertGulden längstverfallcncr Zinsen der väterlichen Schulden zubezahlen, wie er im Mangel ist an Teppichen, Bettgewand,
Laken, Sammetpolstern, Tischtüchern und Silbergeschirr, weiler Alles seinem Vater geschickt, obgleich er hat zwölf silberneLöffel machen lassen; wie er alles zur Hofhaltung Nöthige bor-gen, täglich in Jammer und Ängsten leben und tägliche Mahnungleiden muß. Er weiß vor Dürftigkeit nicht, wie er seine Muh-