242 Buch II. Zehntes Hauptsiück.
all in Stetten und in Stoffen mussten sein, die zu -be-wahren — noch dann hals Gott, das wir eine erliche Nich-tigung erlangten und wollte er todt sein, dann daß wireine schcntliche Richtigung uffgenommcn ').
Nun kam er selbst in die Mark, brachte die Kriegs-Angele-genheiten wieder in ein besseres Gleis, obgleich cs ihm nichtgelang seine Entwürfe völlig auszuführcn.
Kaum hatten sich indessen die Könige Mathias und Wla-dislaus, wie bereits oben erzählt worden ist, friedlich vcrtra-
1478 gen, so zeigte Mathias seine Entwürfe offen, nämlich Glogauseinem eigenen natürlichen Sohne Johann geben zu wollen.Der Herzog Johann von Sagan wagte es sich auch gegenden König zu behaupten und eroberte selbst nach langer Be-lagerung Glogau. Wirklich brachte er cs auch dahin, daß der
1481 König ihm aus seine Lebenszeit Glogau und den grüßten Thcilder dazu gehörigen Landstücke überließ, die nach seinem Lodean den König fallen sollten, wogegen der Herzogin Barbara
1482 und dem Hause Brandenburg Krossen, Züllichau, Sommer-feld und Bobersberg, als Pfand für die ihr gebührenden funf-zigtausend Ducaten Heirathsgut übergeben wurden. Erst Kö-nig Ferdinand I. verzichtete (1538) aus die Wiedcreinlösung die-ser Länder, gab dem Kurhause die Belehnung über dieselbenals schlesische Lehen zur gesammten Hand, und sie blieben bran-denburgisch bis auf den heutigen Tag. Viele Streitigkeitenentstanden zwischen den Kurfürsten von Brandenburg und denschlesischen Fürsten darüber, daß diese fortwährend verlangten,die genannten Länder sollten als Theilc Schlesiens zur Lheil-nahme an allgemeinen Landes-Steuern gezogen werden, dessensich das Kurhaus fortwährend weigerte und auch die schlesischenFürstentage nicht besuchte, so viele Mühe sich die Kaiser des-halb bis in das siebzehnte Jahrhundert gaben.
Der unruhige und kühne Herzog Johann war nicht zu-frieden mit dem was er so glücklich errungen und behauptetund suchte, da er keine Söhne hatte, seinen Töchterndie Nachfolge in seinen Ländern zu sichern, die nach seinem
1) Bisher ungedruckt. Gütige Mttheilung meines Freundes, desGeheimenraths Lzschoppe.