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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Buch II. Zehntes Hauptstück.

Grenzen gegen Schlesien. Das ursprünglich sehr ansehnlicheHerzogthum Glogau war schon früh durch Theilungcn sehrgeschwächt worden, nachdem sich im vierzehnten Jahrhunderteeine eigene Linie zu Äls gebildet und König Johann von Böh-men die Halste der Stadt Glogau nebst Steinau und Eu-rem den Herzogen von Teschen verliehen hatte. Gegen dasEnde des fünfzehnten Jahrhunderts besaßen drei Fürsten daswas noch übrig war, Balthasar Sagau, sein Bruder JohannPriebus, und beider Wetter Heinrich Krossen, Freistadt, Schwic-bus und die Halste der Stadt Glogau. Zwei Brüder jenerHerren von Sagau und Priebus waren durch Geld abgefun-dcn worden, doch so dürftig, daß sie nur kümmerlich lebenkonnten und in der Stadt Sagan bei den Bürgern zu Tischegehen mussten. Balthasar von Sagan hatte sich in mehrerenLandern, auch in Prcussen für den Orden gegen Polen, alsHauptmann geworbener Söldner brauchen lassen und lebte mitseinem Bruder Johann im heftigen Zwiste. Bei dem Kriegeder Breslauer gegen den König Georg war Johann von Prie-bus für diesen, Balthasar von Sagan mit den Breslauern ge-gen ihn. Johann ergriff bald die Gelegenheit Sagan einzu«nehmen. Der Papst belegte sein Land mit dem Jnterdicte,ihn mit dem Banne; er spottete nur darüber und befehdetedie Breslauer, raubend und plündernd. Ms nun König Ma-thias von Ungarn gegen Georg Podiebrad auftrat, so gelanges dem Balthasar sich seines Herzogthums wieder zu bemäch-tigen, und nach Georgs Tode trat auch Johann von Priebusauf die Seite des Mathias, warb für dessen Geld Truppengegen die Polen, zog aber nicht gegen diese, sondern gegenseinen Bruder vor Sagan, verbrannte die Stadt, zwang den1472 Balthasar sich zu ergeben, setzte ihn gegen sein gegebenes Wortgefangen in den Thurm zu Priebus und ließ ihn dort verhun-gern. Seine drei Schwestern verjagte er, daß sie landflüchtigwerden mussten, und nun verkaufte er das so schändlich erwor>bene Sagan, in der Besorgniß, es nicht gegen den erzürntenKönig Mathias behaupten zu können, den Herzogen von Sach-sen, welche es siebzig Jahre hindurch besaßen.

Zu derselben Zeit hatte sich sein Wetter Heinrich mit Bar-bara, der achtjährigen Tochter des Kurfürsten Mbrecht von