Brandenburg unter Albrecht.
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auch die Markgrafen anwendetcn, sie vermochten nn Wesent-lichen Wenig oder Nichts gegen den gesunden Verstand und diederbe Geradheit der Pommern, welche alle die schlauen Ge-webe der Staatskunst, durch welche sie so oft umstrickt wurden,mit kräftiger Faust zerrissen und die Überlegenheit der Mar-ker in Verhandlungen durch entschlossene Tapferkeit ausglichen.
Dieser Gegensatz im Charakter beider Fürstenhäuser zeigtesich bei tausend Gelegenheiten und besonders als der HerzogBogislav X. mit dem Kurfürsten Albrecht in Prenzlau zusam-1474menkam, wo die Herzoge von Meklcnburg einen billigen Frie-den zwischen Beiden dahin vermittelten, daß dem Kurfürstennur die Erbfolge bliebe, weil Bogislav durchaus nicht dessenVasall sein wollte. Ms Alles abgeschlossen war, sollten beideFürsten einander die Hand geben, daß sie den Frieden haltenwollten. Als nun der Herzog dem Kurfürsten die Hand gab,was auch eine Form bei Belehnungen war, so sagte dieser:„Lieber Oheim, hiermit leihe ich Euch Land und Leute." So-gleich zog der Herzog seine Hand zurück und rief aus: „Nein,Markgraf, es ist nicht so gcredt; ehe das geschehen sollte, dasollten noch dre sewen Düwel durchfahren!" wie er auf pom-merisch zu fluchen pflegte, ließ seine Rosse satteln und wollteunvertragener Sachen fortreiten. Obgleich ihn nun der Mark-graf feichelte, wie der ehrliche pommersche Chronist erzählt,und sagte, er solle nicht böse sein, ob er nicht Scherz verstände?obgleich ihm auch die Mcklenburger zuredeten, so zog er dochzornig fort zu seinem Oheim Wratislav, der ohnehin den Märkernsehr feindselig war und ihm verhielt, wie übermüthig, treulosund sinanzisch dieselben stets gegen die Pommern gewesen wären.
Der Kurfürst hatte viele Mühe, den Herzog noch auf die be-reits vertragenen Bedingungen zum Frieden zu bringen, undals sie nun wieder in Prenzlau bei einander waren, so machteder Kurfürst einen Scherz aus der Sache, die doch wohl ernst-licher gemeint war, und sagte: „Herr Oheim! Ihr habt einenHitzkopf und lasst Euch bald irren," worauf Bogislav erwi-derte: „Ja, Oheim, ich bin also nicht gut zu flechten." ')
Glücklicher war der Kurfürst in der Erweiterung seiner
1) Kantzow Pomcrania II. S. 166 ff.