236
Wuch !I. Zehntes Hauptsiück.
ten, so schrieb er diesem: Man muß sich des Teufels wehrenmit dem heiligen Kreuz. Der Hauptmann solle die Todtenden Pfarrherrcn ins Haus tragen lassen, dann würden diesesie wohl begraben. Sic hatten gern das weltliche Schwerdtzu dem geistlichen. Hatte Gott ein Schwerdt haben wollen,cr hätte cs eben sowohl können erdenken als zwei. Wennsie uns mit dem Banne vom väterlichen Erbe dringen wollen,so werden die Bann-Briefe nicht lange ausbleibcn wegen derZehnten, denn die Geistlichen meinen, diese gehören ihnen alleund vielleicht die neun Thcile dazu. Dafür schmähcten ihnnuch die Geistlichen durch Spott-Gedichte und hielten ihn fürärger als einen böhmischen Ketzer. Er frug wenig danach.
Nach dem Tode seiner drei Brüder vereinigte Albrcchtalle Macht, die sein Vater, Friedrich I., besessen hatte und wasseitdem erworben worden war; doch ohnehin zu sehr mit Reichs-Angelegenheiten beschäftigt, mochte er ungern den Aufenthaltim schönen Franken mit den Marken vertauschen, kam nurselten dahin und ließ hier seinem Sohne Johann die Regie-rung. Erst als dieser, ein wissenschaftlich gebildeter Herr, mehrgewohnt schön zu reden als kräftig zu handeln, durch den be-reits unter Friedrich II. begonnenen Krieg mit Pommern inVerlegenheit kam, weil auch ihn die Märker nicht gehörig un-terstützten, begab sich der Vater selbst in die Mark. Das armeNovbr. Land empfing den an ungemeine Pracht gewohnten Fürsten1471 nach Landes - Gewohnheit sehr festlich in der damals reichenStadt Salzwedel'). Die Geistlichkeit und die Schüler mitKreuz und Fahnen, der Rath , die Gildenmeister, die Bürger,deren Frauen und Töchter in schönen Kleidern begleiteten denKurfürsten zur Kirche, wo ein „Herr Gott, dich loben wir!"gesungen wurde. Der Magistrat beschenkte ihn mit Hafer,Fischen, Hammelkeulen und Bier, was sehr geringschätzig aus-genommen wurde, doch versprach cr ihre Privilegien zu be-stätigen. Nach der Huldigung ließ ihm die Stadt beim Mit-tagsmahle auf dem Rathhause zwei große Mulden voll Ge-würz (Eingemachtem), ferner Klarctwein und cimbeckisches Bier
1) Das Folgende nach einem gleichzeitigen Berichte in Oorclcciäiplomat, vet. inarcli. vol. I. z>. o/l 8cm.