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Buch H. Zehntes Hauptstück.
künsten der Kurmark und das Fürstcnthum Baireuth vor, wo1471er bereits im folgenden Jahre zu Plasscnburg starb. Fried-rich II. war ein für sein Land sehr nützlicher und für diese Zeitungewöhnlich frommer Fürst, indem er, was damals bereitssehr selten zu werden ansing, noch (1469) ein Augustiner-Klo-ster in Stendal stiftete. Dennoch war er einsichtsvoll genug,den Klagen der Stande auf dem Landtage zu Berlin überden Misbrauch der geistlichen Gerichtsbarkeit und des Bannesabzuhclfcn. Es wurde hier (1445) vertragen, es solle zwarden Laien nicht verwehrt sein einander vor dem geistlichenGerichte zu verklagen, doch solle der Beklagte seiner ordentli-chen Obrigkeit überwiesen und nur bei Rechts-Verweigerungender Bann der geistlichen Gerichte angewendet, allein der Ge-bannte in der Todesstunde dennoch absolvirt und ehrlich be-graben werden. Im Jahre 1460 richtete er ein Landgerichtzu Tangermünde ein, welches jeden Mittwoch gehalten werdensollte, und verbot durchweg den Weltlichen einander wegen welt-licher Sachen vor ein geistliches Gericht zu ziehen. -
Albrecht, der nun zu seinen fränkischen Landern auch nochBrandenburg erhielt, war ganz der Ritter des Mittelalters andessen Neige. Das Haus Hohenzollern, Deutschland, beideso reich an Helden, haben seines Gleichen nicht mehr gehabt.Auf allen Turnieren glanzt er, seine Lanze legt Jeden nieder,nur Einmal räumt er den Sattel, den auch sein Gegner nichtbehaupten kann; siebzehmnal siegte er so ohne Harnisch, nurmit Sturmhaube und Schild bedeckt. Überall, in Deutschland,Polen, Preussen, Ungarn, Böhmen, hat er sich versucht, über-all ist des Kriegers hohe Gestalt, männliche Schönheit undKraft ebenso bewundert worden, wie die Gewandtheit seinerRede und die Klugheit seines Rathes. Er ist der Fürst desfünfzehnten Jahrhunderts, in voller Kraft. Er verachtetdie Bürger, die Krämer, es empört sein Innerstes, daßsie cs wagen einem Ritter, einem Fürsten wie er zu wi-derstehn. Was frägt er nach Urkunden, nach Verträgen,nach des Kaisers Spruch und dem päpstlichen Banne? Erweiß, daß der Sieger doch Recht behält. „Ich bin Landcs-fürst," sagt er zu den Nürnberger», mit denen er in Streitgeräth über die Gerechtsame der Burg, welche die Bürger von