Schlesien unter Ladislaus.
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zuerst einen obersten Landeshauptmann, den Grafen Stephanvon Zapolia, über Schlesien als königlichen Statthalter, umauf die Haltung des Landfriedens zu achten. Erst nach siebenJahren schlossen die drei Könige von Polen, Ungarn und 1478Böhmen ihren Frieden dahin, daß dem Wladislaus Böhmenbleiben, Mathias aber Mahren, Schlesien und die Lausitzenbehalten und Einer den Andern, im Falle des Ablebens, inden genannten Landern beerben solle.
Bald sahen die Schlesier, daß sie einen kräftigen Herrnerhalten hatten. Sie mussten Aierst ihm eine allgemeineSteuer bewilligen, und die Breslauer vorzüglich erfuhren,was es heisse, einen gewaltigen König haben. Er achtetenicht auf die feste Treue, welche ihm die Breslauer bewiesen,auf die großen Summen, die sie ihm gegeben, und das vieleUnglück, welches sie seinetwegen ertragen harten, änderte ei-genmächtig die Wahl des Raths und der Schöppen, nahmalle Klagen gegen die Stadt an und sprach gegen diese.
Noch drückender war der Ubermuth der königlichen Rathe, be-sonders des Georg vom Stein, eines ehemaligen Mönchs.
Als sie sich noch während des Kriegs über die schweren La-sten, die Störung des Handels und die Verheerung ihrerGüter beklagten, mussten sic sogar oft noch spöttische Worteüber ihre Standhaftigkeit im Kampfe gegen Georg Podic-brad hören. „Ihr habt den Tanz gehegt, Ihr müsst denPfeifern und Lautcnschlagcrn lohnen", hieß cs. „Man mußEuch soweit bringen, daß Ihr Euch künftig nicht unterfangetmit Königen zu kriegen, Königen ungehorsam zu sein undsie Ketzer zu heissen. Dem Papste gebührt es über Ketzer zuerkennen und nicht Euch Bauern von Breslau."
Gegen die obcrschlesischcn Herzoge, welche an Wladislausvon Böhmen gehangen, verfuhr der König noch harter, nahmihnen ihre Lander oder belegte sic mit hohen Geldstrafen.Wenzel von Ribnik starb in der Gefangenschaft, dessen Bru-der, Johann von Jägerndorf, verlor sein Fürstenthum, dieHerzoge von Oppeln erhielten nur für achtzigtausend Du-katen ihre Freiheit und ihr Land zurück. Die Herzoge vonOls und Troppau mussten ihm ihre Lander verkaufen, undnur ein Sohn Georg Podicbrads, Heinrich, der Schwieger-