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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
217
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Der Orden in Prcusscn 1411^-1466, 217

Kom'tz und kam nach Königsberg. Einhundert und acht undvierzig Jahre hatten siebzehn Hochmeister in Marienburg ge-herrscht. Keiner sah es wieder. Jetzt wurde es der Sitz ei-nes polnischen Statthalters.

Vergeblich belegte der Kaiser den Bund mit der Acht,der Papst mit dem Banne, vergeblich vermittelten dem Or-den befreundete Fürsten. Der Krieg dauerte verheerend fort,ohne Entscheidung. Einzelne Züge der Polen erschöpften sichin unfruchtbaren Belagerungen. Neue Söldnerschaarcn, Ver-rath und Verschwörungen, Überfalle, List und Gewalt, Alleswurde von beiden Seiten versucht. Die treue Anhänglich-keit der Marienburgcr und ihres Bürgermeisters Blume über- ^ptlieferte die Stadt nochmals dem Orden, doch hielten die Po -1457len sich in der Burg, und nach drei Jahren musste sich ihnen 1460die Stadt auch wieder ergeben. Nur noch zu einer offenenFcldschlacht kam es bei Zarnowitz, in welcher des Ordens 1462Söldner von den Polen geschlagen wurden, und gewiß hatteder Orden früher erliegen müssen, wäre der König von Polennicht durch innere Streitigkeiten mit Litthauen und bei denEreignissen in Böhmen nach Ladislaus Tode mehrfach beschäf-tigt worden.

Danzig mit seinem Gelde und Waffen that das Bestegegen den Orden, obgleich hier die Pest so wüthetc, daß 1464zwanzigtauscnd Einwohner starben. Es konnte weder derBund und Polen den Orden, noch dieser jene ganz unter-drücken. Beide schwächten einander. Der östliche Thcil Preus-scns war mehr für den Orden, der westliche für den Bundund Polen. Das Land verödete, viele Städte verarmten durchden Krieg.

Der König begriff wohl, daß er nicht im Stande seinwürde die östlichen Gegenden Prcussens zu erobern; und derOrden musste einsehn, cs sei ihm dasselbe mit den west-lichen unmöglich, da er hier nur noch Stargard und Könitzinne hatte. Als auch diese bezwungen waren, so musste er 1466dafür sorgen nicht ganz unterzugehn. Allgemein waren dieBewohner des dreizehnjährigen Krieges müde. Nach oftmalsabgebrochenen Unterhandlungen vermittelte der päpstliche Le-gat Rudolf, Bischof von Lavant, den Frieden, der von Ka-