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Buch fl. Achtes Hauptstück.
vom Orden erhielt, entsagte. Allein schon im folgenden Jahrewirkte der Kurfürst vom Kaiser eine Urkunde ans, welche alleVcräusscrung der Mark Brandenburg und der einzelnen Thcilederselben aufhob und die Wiedervereinigung derselben befahl.So schwankte das Verhältniß zwischen Friedrich II. und demOrden, bis dieser (1454) dem Kurfürsten die Ncumark fürvierzigtauscnd rheinische Gulden verpfändete, und im fol-genden Jahre für die Gesammtsumme von hunderttausendGulden so überließ, daß der Orden das Land bei Lebzeitendes Kurfürsten nicht wieder sollte cinlöscn können. Diesernahm darauf die Huldigung in der Neumark ein, und imJahre 1517 entsagte der letzte Hochmeister, Markgraf Albrecht,dem Einlösungsrechte ganz.
Die für die Ncumark erhaltenen Summen reichten fürden Orden bei weitem nicht aus. Herzog Balthasar von Sa-gan, der den Rittern einen Söldnerhaufen zugcführt hatte,nahm für seine Fodcrung als Pfand die Heiligthümer derHauptburg. Die übrigen Söldner-Hauptlcute blieben unbe-zahlt; neue Fristen, die sie gaben, waren ohne Erfolg. Sieverhandelten daher mit dem Könige von Polen, und als alleVersuche vom Orden bezahlt zu werden vergeblich waren,verkauften sie die Marienburg und alle von ihnen besetzte15. Aug. Städte und Schlösser dem Könige von Polen für viermal-
1456 hundert sechs und drcissigtauscnd Gulden, zum großen Schmerzedes Ordens, der wenigstens nicht erwartet hatte, daß dieSöldner dem Feinde ihr Pfand übergeben würden. Verge-bens bat der Oberst Spittler des Ordens um Erbarmen undversprach Zahlung, die er nicht leisten konnte. Die Söldnermishandcltcn die Ordensritter mit Schlägen, verwundeten undzogen sie aus und erbrachen die Gemächer; die Böhmen,gewöhnt an kirchliche Spaltung, plünderten selbst die Kirchenund verspotteten, in Pricstergcwändcrn und Altartüchern, mitFahnen und Kreuzen umherziehend, den Gottesdienst.
1457 Im folgenden Frühjahre kam der König wieder mit ei-Junius nem Heere nach Preussen. Marienburg wurde ihm zu Pfing-sten übergeben. Der Hochmeister musste flüchten, seine Wa-gen, auf denen er Kirchengeräthe und einige Heiligthümerwcgführcn wollte, wurden geplündert. Weinend zog er nach