Der Orden i» Prcussen 1411 —1466.
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Diese Banden oder Rotten waren kricgsgcwohnt und tapfer.
Überall bedienten sich ihrer die Fürsten, welche einander befeh-deten und so der Mühe übcrhoben waren, ihr unkriegerischesLandvolk ausbieten und cinüben zu müssen. Dadurch waralle Waffcnmacht der Fürsten bei diesen Horden, welche nachWillkür in den Landern schalteten, weil man kein Mittel ge-gen sie hatte als andere Banden, die den Landern nicht min-der lästig waren. Der hohe Sold machte die kriegführendenMachte arm, die Gcldnoth nahm schrecklich überhand, die un-bezahlten Söldner hausten dann im Lande als dessen Herren.
Es kam daher Alles auf Geld an, um Waffen zu kaufen.
Das begriffen die Gesandten der Danzigcr an Kasimir wohl,indem sie ihren Mitbürgern zurückschrieben: ihr lieben Herren,seid vorsichtig, um Geld aufzubringen, denn es merklich denBeutel treffen will; Geld ist's, was man haben muß. Sie rie-then, sich dazu der Güter und Einkünfte des Ordens zu bemäch-tigen, was auch geschah. Die Städte hatten jedenfalls mehrGeld als der uneinige Orden; denn die Meister in Livlandund Deutschland, statt Hülfe zu schicken, antworteten mit Kla-gen über Armuth und Verfall ihrer Häuser, und die Königeund Fürsten versprachen viel, ohne zu helfen. Dies zwangden Hochmeister zu dem äussersten Schritte, da seine Söldnerdurchaus Sicherheit für die ihnen schuldigen Summen ver-langten. Er verpfändete ihnen das Haupthaus Maricnburg 9. Oct.und alle Burgen, Städte, Länder und Leute des Ordens in 1454Prcussen und in der Neumark, mit dem Rechte des Verkaufsund der Verwendung nach ihrem Gutdünken, wenn sie infünf Monaten nicht bezahlt sein würden. Der Tag kam, der 13. Febr.Meister konnte nicht zahlen. Die Hauptlcute der Söldner 1455nahmen Besitz von des Ordens Hauptburg und duldeten nurnoch, daß der Meister dort blieb. Dieser musste jetzt, durchdie Noth gezwungen, die Neumark aufopfcrn.
Wir haben gesehn, daß schon Friedrich I. von Branden-burg dieses Land gern an sich gebracht hätte. Sein Sohn,Friedrich II., ließ es nicht aus den Augen und benutzte dieVerlegenheiten des Ordens, um, gleich nachdem er die Negie-rung angetretcn hatte, neue Ansprüche zu erheben, denen ernur (1443) gegen dreissigtausend rheinische Gulden, die er