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Buch H. Achtes Hauptstück.
den verwarf das, weil man bei dem Papste mit Geld Rechtzu Unrecht machen könne. „Was wird Euch mein Spruchnützen," frug der schwache Kaiser, „wenn Niemand ihn hal-ten will?" „Wir wollen ihre Thürme, Städte und Mauernzerstören und sie durch Krieg zum Gehorsam bringen," ant-worteten die Ritter. „Wohl," sagte der Kaiser, „da Ihr lie-ber wollt Krieg als Frieden, so geschehe Euer Begehr."
Nun triumphirte der Orden mit lautem Jubel, die über-müthigen Ritter glaubten bereits gesiegt zu haben, verachtetenihre Feinde, droheten nur Rache und sorgten nur lässig fürBewehrung ihrer Festen und Annahme von Söldnern. Destothätiger und vorsichtiger waren die Häupter des Bundes.Sie rüsteten eifrig, warben Söldner, traten in Lhorn zusam-men, knüpften friedliche Verhandlungen mit dem Orden an,und als der Hochmeister deshalb seine Gebietiger in Marien-6. Fcbr. bürg versammelt hatte, so erschien ganz unerwartet ein Stadt-^^knecht von Lhorn und übergab ihm den Absage-Brief desBundes. Wir haben Euch gehuldigt, sagten die Verbündetendarin, weil Ihr versprochen uns bei unfern alten Rechtenund Freiheiten zu erhalten und mit uns zu richten Gewaltund Unrecht. Ihr aber habt uns lassen schänden und lästernund uns Meineids und Verraths beschuldigt, da doch unsereVäter dem Orden getreue Dienste gethan; Ihr habt uns für(leib)eigen angcsprochen, in lästerlichen Schriften bei Kaisern,Königen, Fürsten und Städten Hülfe gegen uns gesucht unduns an Leib, Ehre und Würdigkeit beleidigt. Wir habenvon Euch keine Hülfe gegen Gewalt und Unrecht erhaltenkönnen; so sagen wir Euch die Huldigung auf und wollendamit unsere Ehre bewahrt haben, und mit Gottes Hülfe unsUnrechts und Gewalts erwehren.
Der Hochmeister erschrak mit den Gebietigern; noch hö-her stiegen seine Besorgnisse, als am folgenden Lage die Nach-richt kam, das Schloß zu Lhorn sei verloren. Die Verbün-deten hatten sogleich nach Absendung des Fehdebriefs die Feind-seligkeiten eröffnet und die Schlösser des Ordens bestürmt.Fast das ganze Land erhob sich; in wenigen Tagen warendurch Gewalt, Feigheit und Verrath sechs und fünfzig Bur-gen des Ordens in den Händen des Bundes, der mehrere