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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Der Orden in Pceussc» 1411 146(1 199

und nieder-deutschen Rittern. Der Hochmeister war schon mehr-mals bei dem Papste und dem Kaiser angeklagt worden. Alser nun die Gebietigcr des Ordens zu einem Capitel nach Ma- t l. Oct.ricnburg berief, sah er sich vor den Ordens-Brüdern seines 1469Lebens nicht sicher, verwahrte sein Gemach mit Schlossern undRiegeln und ließ sich von seiner bewaffneten Dienerschaft und vonSöldnern bewachen. Ohne die von den Statuten vorgcschric-bcnen Formen zu beachten, setzten die versammelten Ritternun den Hochmeister ab, weil er nicht ihren,, sondern seinemRathe und dem fremder weltlicher Leute folge, ganz eigen-mächtig verfahre, sein Sinn nur auf Krieg stehe, weil er Stern-seher und Weissager höre und Ketzer aufnchme.

Als Komthur von Engelsbcrg lebte der Abgesetzte nurkurze Zeit in Ruhe. Sein Bruder, der Komthur von Dan-zig, war zu den Polen geflüchtet, er selbst kam in Verdachtder Untreue gegen den Orden, wurde gefangen (1414) nachBrandenburg, dann nach Lvchstädt gebracht. Man ließ esihm am Nothwendigstcn fehlen, er bekam schwarzes Brod undBier, kaum hinreichend, seinen Hunger zu stillen. So lebtehier fünfzehn Jahre und starb (1429) der Retter des Ordens.

An seine Stelle kam durch Wahl sein Haupt-Gegner, der Januaroberste Marschall, Michael Küchenmeister von Stcrnbcrg, ein 1414kühner und kräftiger Mann, der es aber auch mit Polen, mitden Parteien im Orden, den zahlreichen Anhängern desHeinrich von Plauen und dem unzufriedenen Lande aufneh-men sollte.

König Wladislaus, angereizt durch den zu ihm geflüchte-ten Bruder des abgesctztcn Hochmeisters und durch die Schwachedes Ordens, verlangte die Abtretung von Hinter-Pommern,

Kulm, Michelau und einen großen Theil der Neumark. Ver-handlungen waren vergeblich. Die Ermordung einiger polni-schen Kaufleute und Verheerung der Grenzen durch unbezahlteOrdens-Söldner gaben Vorwand zum Kriege. Der Königsiel mit dem Großfürsten Witold den Orden an, drang ver-heerend bis gegen Elbing vor und zog, weil Witold nichtverweilen wollte, mit reicher Beute zurück. Ein Waffenstill-stand wurde zwar durch den päpstlichen Legaten bewirkt undvon Zeit zu Zeit verlängert. Doch drohcte immer Krieg und