188 Buch H. Siebentes Hauptstück.
standen dadurch, daß Kaiser Sigismund dem Kurfürsten dasalte Landgericht in Franken in einer Ausdehnung verliehen 'halte, wie es vor mehr als zwei Jahrhunderten gewesen war.Herzog Ludwig, ein kriegerischer, kühner, unermüdlicher Fürst,ividersctzte sich dem, als einem Eingriff in seine Rechte. BeideFürsten griffen zu den Waffen, und der Streit wurde nochmehr verwickelt durch den Schwcstermann des Kurfürsten, denHerzog Heinrich von Baiern-Landshut, welcher in seinem un-natürlichen Hasse so weit ging, daß er auf der Kirchen-Ver-sammlung zu Kostnitz seinen Bruder Ludwig selbst meuchel-morderisch ansiel und beinahe ermordet hatte. Hierzu kamspater der Zwist aller Herzoge von Baiern über die Thcilung' des erledigten straubingischcn Antheils. Viele Jahre hin-durch dauerte mit geringen Unterbrechungen die Fehde der Für-sten, welche die Lander verheerten und Nichts bewirkten. DerKaiser war schwach, bald für den Kurfürsten, bald für den1438 Herzog. Erst als Ludwigs Sohn, Ludwig der Höckerige, dieTochter des Kurfürsten Friedrich heirathcte, sich nun gegen sei-nen Vater empörte und diesen gefangen nahm, endete die Fehde1443 nach dem Tode Friedrichs, und der alte eiserne Herzog Ludwig1445 starb achtzig Jahre alt m Gefangenschaft seines Bruders Heinrich.
Fast nicht minder anhaltend waren die durch einzelneFriedensschlüsse nur unterbrochenen Fehden mit den Herzogenvon Pommern-Stettin und Meklcnburg, welche fast immer ver-einigt gegen den Kurfürsten stritten.
Die Pommern hatten, wie wir wissen, die Uckermark wäh-rend der früheren Unruhen in der Mark, theils wegen alterAnsprüche, die sie darauf machten, durch Eroberung, theilspfandweise eingenommen. Den Herzogen von Pommern-Stet-tin lag wenig an der Herstellung der innern Ruhe in der Mark,weshalb sie früher die Quitzows gegen Friedrich I. unterstützthatten und darüber (1415) in die Reichsacht erklärt wordenwaren. Nach vielen gegenseitigen Überfällen, Verheerungenund dem Bruche von zwei Friedensschlüssen (1419 zu Pcrle-berg und 1427 zu Neustadt-Eberswalde) behauptete zwar derKurfürst sich im Besitze fast der ganzen Uckermark, doch erstunter seinen Nachfolgern wurde die Fehde um einzelne Ort-schaften dieses Landes beendet.