Brandenburg unter Kurfürst Friedrich!. 187
Ungarn eidlich versprochen, die römische Königs-Krone nichtannchmen zu wollen, was die in Frankfurt versammelten Kur-fürsten anfänglich irre machte, um so mehr, da, wie cs scheint,sich auch unser Kurfürst um die Krone bewarb und einigeHoffnung haben mochte sie zu erhalten. Als sich aber diemeisten übrigen Kurfürsten dennoch für Albrccht von Österreicherklärten, so trat Friedrich diesen ebenfalls bei, weil er ein-sah, es bedürfe das Reich eines mächtigen Oberhauptes zumSchutze gegen die Fortschritte der Türken, und dazu eignetesich vor Allen Albrccht. Auf Friedrichs dringende Vorstellun-gen verwendete sich die baselcr Kirchen-Versammlung bei denUngarn um Entbindung des von Albrccht geleisteten Eides,und nachdem dieser einstimmig gewählt worden war, führte 13. SÜärzFriedrichs dritter Sohn, Albrccht, wegen seiner Tapferkeit der 1438deutsche Achilles genannt, das Reichshecr nach Böhmen, wo^.Zun.in Prag Albrccht die böhmische Königs-Krone erhielt. Der 1438Markgraf Albrccht zog nach Breslau, als Statthalter des Kai-sers, drang, weil König Wladislaus in Schlesien eingefallenwar, in Polen ein und schreckte den König, daß er Böhmenin Ruhe ließ. Bald darauf starb König Albrccht, ein für un- 27. Octbr.sere Länder, wie wir sehen werden, sehr wichtiges Ereigniß. 1439
Bei den bis zum Äußersten gediehenen Streitigkeiten derKirchen-Versammlung zu Basel mit dem Papste Eugen, tratunser Friedrich dem Beschlüsse sämmtlicher Kurfürsten bei, welche Märzsich vereinten parteilos zu bleiben, um eine neue Kirchen-Spal-1438tung zu verhindern und allen Befehlen und Verfügungen, welchesowohl der Papst als die Kirchen - Versammlung während ih-res offenen. Zwists erlassen würden, den Gehorsam zu ver-weigern; auch drang unser Kurfürst sehr auf eine Kirchen-Re-form und besonders darauf, die Gelegenheit wahrzunehmcn,um die alten fast verlornen Rechte der deutschen Kirche wiederzu erhalten, da gar zu viel Geld nach Nom gehe.
Ausser diesen Angelegenheiten von allgemeiner Wichtig-keit beschäftigte den Kurfürsten Friedrich während seiner gan-zen Lebenszeit die Behauptung seiner Rechte in Franken ge-gen Herzog Ludwig den Bärtigen von Baiern-Ingolstadt undin den Markcn'gegcn die Herzoge von Pommern-Stettin undMcklcnburg. Die Streitigkeiten mit dem Herzoge Ludwig ent-