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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
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186
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186 Buch II. Siebentes Hauptstück.

1480 sie durch ansehnliche Geldsummen, die ihnen entrichtet wurden,kaum abgchalten und daher dem Lande der Ketzer-Groschen

1431 aufgelegt. Dennoch verheerten sie die Mittel- und Ncumarkfürchterlich. Dies bewog den Kurfürsten, der auf die unterden Böhmen ausgcbrochcncn inneren Spaltungen rechnete,nochmals den Oberbefehl über ein hunderttausend Mann starkesHeer zu übernehmen. Er rückte mit seinen Söhnen Johannund Albrecht bis Töplitz vor, hier wurde durch einen Überfalldas Heer so erschreckt, daß es in der größten Unordnung flohund alles Zeug, Gepäck und Geschütz dem Feinde ohne Kampfüberließ, so viele Mühe sich der tapfere Kurfürst auch gabWiderstand zu leisten. Nun drang er bestimmt auf Friedenund erklärte geradezu, die Böhmen könnten nicht besiegt wer-

1432 den. Diese sielen nochmals verheerend in Franken und dieMarken ein, verbrannten Lebus, Müncheberg, Strausbergund Landsberg. Nur Frankfurt und Bernau wurden durchdie tapfere Vcrtheidigung ihrer Bürgerschaften gerettet. Selbst

1433 bis nach Pommern drangen die Hussiten durch die Neumarkvor, verwüsteten die Güter des Klosters Kolbatz, Pomcrellenbis an die Weichsel und bestürmten sogar Danzig.

Friedrich beförderte nun mit aller Kraft, daß die Böh-men auf der Kirchen-Versammlung zu Basel, welche die Ge-brechen der Kirche heilen sollte, gehört wurden, und vermitteltedie Unterhandlungen, sodaß endlich auf sehr vortheilhafte Be-

1433 dingungen für den Kaiser der Friede oder die Compactatenzu Stande kamen, welche den Böhmen wesentlich nur denGenuß des Kelchs ließen. Der Sieg der gemäßigten Partei,

1435 der Calixtiner, in Böhmen über die Taboriten verschaffte demSigismund noch kurz vor seinem Tode den ruhigen Besitz von

1437 Böhmen. Als er bald darauf ohne Hinterlassung männlicherNachkommen starb, drohete große Verwirrung im Reiche zuentstehen. Seinen Schwiegersohn, Albrecht von Österreich,

i. Jan. hatten zwar die Ungarn zum Könige angenommen, aber die

1438 Hussiten in Böhmen waren schwierig, weil Sigismund bereitsdie Verträge mit ihnen gebrochen hatte, Albrecht streng ka-tholisch und ihnen daher verhasst war. Sie wählten den Bru-der des Königs Wladislaus von Polen, Kasimir, zum Königewährend die Katholiken für Albrecht waren. Dieser hatte den