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Buch H. Siebentes Hauptstück.
angefthncn Böhmen, Kraza, Nathmann der Neustadt Prag,der nicht schwören wollte, daß Alles was die Kirchen-Ver-sammlung in Kostnitz beschlossen, heilig und wohlgethan, Hußmit Recht verbrannt, der Genuß des Abendmahls unter bei-derlei Gestalt ketzerisch sei, öffentlich verbrennen, was die Böh-men höchlichst erbitterte, gegen die auch der päpstliche Legat,aller Vorstellungen des Kurfürsten Friedrich ungeachtet, dasKreuz predigen ließ. Hierzu kam, daß der König, angctrie-ben vom päpstlichen Legaten, in Streitsachen zwischen demdeutschen Orden und dem Könige Wladislaus von Polen ei-nen den Polen höchst nachtheiligcn und ungerechten Ausspruchthat und dadurch auch diese gegen sich so aufbrachte, daß sieweit eher geneigt waren die Hussiten als den König zu un-terstützen.
142Y So begann Sigismund den Religionskrieg gegen dieBöhmen. Für ihn waren die katholische Partei in Böhmen,die Schlesier und das deutsche Reich, auch Kurfürst Friedrich,der großen Einfluß auf die Leitung der Kriegs-Angelegenhei-ten hatte, viel für den König that, ihn aber bei den häufigenFehden im inneren Deutschland so wenig als andere Fürstengehörig unterstützen konnte. Es bildeten sich zwar auch unterden Böhmen, wie überall in Revolutionen, Parteien, dereneine, die Calixtincr, gemäßigter war, sich mit billigen Fede-rungen, vorzüglich mit dem Kelche im Abendmahle begnügte,die andere, die Taboritcn, auf das Äußerste, ja auf völligeLosreissung vom päpstlichen Stuhle und Vernichtung der geist-lichen Gewalt ging; dennoch waren sic gegen auswärtige Feindeim Ganzen einig. Die Beschaffenheit des von waldigen Ge-birgen rings umgebenen Landes machre Angriffe auf die Böh-men schwer; sie waren ferner zu jeder Zeit bereit ihre Feindeunter kühnen, einsichtsvollen und bald erfahrenen Anführern,wie Zizka, Nicolaus von Hussinetz, dann die beiden Procope,die jeden Vortheil zu nützen verstanden, tapfer zu bekämpfen,und wenn sie Angriffe zurückgeschlagcn hatten, selbst über dieGrenzen zu fallen, die Nachbar-Länder fürchterlich zu verhee-ren und mit Beute beladen heimzukehren.
Dagegen war der Kaiser kein Feldherr, vielmehr in denentscheidenden Augenblicken unentschlossen, größtentheils ohne