160 Buch 1!. Sechstes Haupt stück.
gegensetztcn, der als Pfandcshcrr der Mark Brandenburg dieseKursti'miiie mit größerem Rechte führte, indessen bereits nach!8. Ja», drei Monaten ohne Nachkommen starb. Zwar suchte der Erz-1411bischof von Mainz eine neue Wahl zu veranstalten, alleindurch Unterhandlungen des Burggrafen Friedrich gewann Si-gismund die Erzbischöfe von Mainz und Köln, und vertrugs. Jul. sich mit seinem Bruder Wenzel, der ihm die Hälfte der Reichs-1411 einkünfte überließ, wogegen ihm Sigismund die Kaiserwürdezu verschaffen versprach, was er doch nie that, und seinenAnsprüchen auf Böhmen, Mahren, Schlesien, die Ober- undZi. Jul. Nieder-Lausitz entsagte. So wurde Sigismund nochmals und1411 nun einstimmig zum römischen Könige erwählt.
Schon im Julius 1410, vor der ersten Wahl, hatte sichSigismund an Friedrich VI. zmn Schuldner von hundert-tausend Gvldgulden erklärt. Noch vor seiner zweiten Wahl,als ihm kaum durch Josts Tod Brandenburg zugefallen war,entschloß er sich den Burggrafen Friedrich auf Brandenburgzu versichern. Er hatte bereits von der am 22. März 1411in Berlin versammelten Landschaft die Huldigung verlangt,welche diese auch ohne Widerspruch durch ihre Abgeordnetenin Ofen leisten ließ, wo von Seiten des Adels nur KasparGans von Putlitz, der Hauptmann der Altmark, erschien. DieAbgeordneten der Städte klagten viel über die Gewaltthätig-keiten des Adels und baten den König persönlich nach derMark zu kommen. Der König tröstete sie und versicherte, daer selbst nicht kommen könne, wolle er unterdessen den Burg-grafen Friedrich schicken, was die Städte mit großer Freude^ ^ erfüllte, denn der Ruf Friedrichs war ihm sehr günstig.sEii Nachdem Sigismund noch die Freiheiten der Städte be-8. Jul. stätigt hatte, setzte er, um der Mark Ruhe und Frieden zu1411 schaffen, den Burggrafen Friedrich zu einem obersten und ge-meinen Verweser und Hauptmann der Mark ein, behielt sichnur die Kurwürde vor und befahl ihm zu huldigen und ge-horsamen, bis er (der König) dem Friedrich hunderttausendGoldgulden gezahlt haben werde. Unterdessen sollte der Statt-halter alle Einkünfte der Mark ziehn, die aber sehr unbedeu-tend waren und nicht zur Besoldung avsreichten; denn, sagtein Chronist, durch den häufigen Wechsel der Herren war die