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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
164
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104 Buch II Sechstes Hauptstück.

ihm stand ein kaiserlicher Schenk dem Finanzwesen, ein kaiser-licher Oberforstmeister den Rcichswaldungen vor.

Die Burggrafen saßen auf der kaiserlichen Burg zuNürnberg und hatten die Nutznießung mehrerer Güter undEinkünfte von wegen ihres Amts; die Stadt Nürnberg scheintsich jedoch schon früh, wie andre bedeutende Städte, von al-len Verpflichtungen gegen sic frei gemacht zu haben.

Es erwarben die Burggrafen aus dem Hause Hohen-zollern nach und nach durch Kauf, Pfand- und Erbschaft undGeschenke der Kaiser eine Menge zerstrcucter Güter, Ein-künfte und Gerechtsame, wie auch durch ihre, in der Geschichtefürstlicher Hauser fast einzige, von Geschlecht zu Geschlechtgleichsam vererbte Staatscinsicht und Thätigkeit, ein nicht ge-ringes Anschn. Sie unterstützten mit großem Erfolge dieErwählung Rudolfs von Habsburg, Adolfs von Nassau undHeinrichs von Luxemburg zu römischen Königen. Der Burg-graf Friedrich IV. focht für König Ludwig IV. tapfer in derSchlacht bei Mühldorf und wurde dafür belohnt. Dem Burg-grafen Johann II. gab Kaiser Karl IV. seine Tochter Marga-1356retha zur Gemahlin, erhob die Burggrafen zu Reichsfürstenund gab ihnen viele Vorrechte für ihre Besitzungen. Zugleicherweiterten die Burggrafen ihre Herrschaft in Franken im-mer ansehnlicher, auch durch Zerstörung und Eroberung derNaubburgcn an des Reichs Straßen. So verschwanden indieser Zeit, in welcher die Kaiser seit Karl IV. ansingen ih-rer Hausmacht wegen das Reich immer mehr zu vernach-lässigen, die Amts Verhältnisse der Burggrafen ganz, undbereits am Ende des vierzehnten Jahrhunderts treten zweiHaupttheile ihrer Besitzungen hervor, erstens, das Land aufdem Gcbirg, das Oberland, baircuthische Fürstcnthum oderBurggrafthum Nürnberg oberhalb des Gcbirgs, und zweitens,das Nicderland, Burggrafthum Nürnberg unterhalb des Ge-bügs oder Fürstcnthum Ansbach.

Keiner der Burggrafen ist berühmter geworden als Fried-rich VI., welcher in Theilung mit seinem Bruder Johanndas Niederland oder Ansbach regierte, während dieser dasOberland oder Baireuth besaß. Friedrich hatte sich in seinerJugend, dann später durch den Umgang mit den berühmtesten