! Sechstes Hauptstück.
j Die Hohenzollern. Der Burggraf Friedrich von Nürn-! berg erwirbt die Mark Brandenburg.
Die Ahnen der Hohenzollern werden erst seit dem zwölftenJahrhunderte in der deutschen Geschichte genannt, im An-fänge des dreizehnten erscheinen sie (1210) urkundlich alsBurggrafen von Nürnberg '). Mit den schwäbischen Zollernsind sie unstreitig stammverwandt, doch wie, lässt sich nichtNachweisen. Unsere Hohenzollern gründeten ihre Hausmachtin Franken. Hier, wo bereits sin elften Jahrhunderte keineHerzoge des Landes waren, wo das Hochstift Würzburg dieHerzogswürde über seine ausgedehnten Güter besaß, zerfieldas Land nach und nach, wie später Schwaben, in eine Mengekleiner Bezirke geistlicher und weltlicher Landesherren, späterauch der Reichsrittcr. Die Gaugrafengewalt erlosch bereitsim zwölften Jahrhunderte, da geistliche Güter, Städte undandere einzelne Thcilc von ihr befreiet wurden, oder sich ihrentzogen, und nun Grafen und andere Herren diese Gewaltauf ihre lchcnbaren oder eigenen Güter übertrugen.
Ein großer Theil des Grundes und Bodens in Frankenwar thcils Reichs-, theils königliches Familien-Gut; welchesunter Reichs-Vögten, Pflegern und Amtleuten stand. Seitdem elften Jahrhundert erscheint Nürnberg als Stadt undBurg von Wichtigkeit. Hier lagen viele Reichs- und Erb-Güter der fränkischen und hohcnstausischen Kaiser, über welchedie Hohenstaufen den Burggrafen von Nürnberg setzten, derals angcschnster kaiserlicher Beamter den Befehl über die, Burg und Burgmannschaft, wie auch die Gerichtsbarkeit über' die dazu gehörigen Güter und die Aufsicht über die Amtleuteund Pfleger derselben hatte. Neben und unabhängig von
1) Nach den sehr gründlichen Untersuchungen von Lanci zolle,Geschichte der Gründung des prcussischen Staats Th. 1- Die Urkundesteht in Lang Hexest. 1. II. x>. 43.