tief in das innere Staatslcben eindrang, daß ein Krieg in18. Mai Deutschland unvermeidlich schien, als Ruprecht starb.
1410 Jxtzt bewarben sich, ohne auf Wenzel Rücksicht zu neh-men, dessen Brüder, König Sigismund von Ungarn und Mark-graf Jost von Mähren und Brandenburg um die Königs- ^kröne. Um Sigismund machte sich besonders der Burggraf ,Friedrich von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern verdient.
Der Thätigkcit, Entschlossenheit und List dieses Mannes vor- jzüglich hatte es Sigismund zu danken, daß er durch dieStimmen der Kurfürsten von Trier und der Pfalz und durchseine eigene, die er wegen Brandenburgs zu führen behaup-
20. Sept. tcte, auf allerdings nicht rechtmäßige Art zum Könige erwählti. Oct. wurde, während die übrigen Kurfürsten zehn Tage später denMarkgrafen Jost wählten. Glücklicherweise starb dieser bereits8. Januar nach drei Monaten ohne Erben, und nun wurde Sigismund
1411 durch des Burggrafen Friedrich eifriges Bemühen einmü-21. Jul. thig zum römischen Könige erhoben.
1411 Wenn man sicht, wie thöricht, feindselig die Glieder desHauses Luxemburg gegen einander verfuhren, so wundertman sich weniger über den Verfall ihrer Macht al-s darüber,daß sie noch bestehen konnte, was sich nur durch den allge-meinen Zwiespalt erklären lässt, der in Deutschland herrschteund das Entstehn irgend einer andern bedeutenden Machthinderte; wenn man weiter die Treulosigkeit und den Vcr-rath der Luxemburger gegen einander betrachtet, so hat mankaum nöthig zu bemerken, daß Herzog Johann und Mark-graf Procopius, Beide in Gefangenschaft ihrer Vettern und !Brüder, höchst wahrscheinlich vergiftet starben, um sie alle desSchicksals würdig zu finden, welches sie nach und nachereilte. ^
Wir haben von dem Friedrich von Hohenzollern gespro- !chen, der so thätig für Sigismunds Erhebung zum römischen ^Könige arbeitete und dann die neue brandenburgische Macht igründete; sehen wir nun, wie sein Haus nach und nach auf-kam , während mächtigere ihrem Untergange entgegengingcn.