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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Mark Brandenburg nnt. d. Luxemburgern. 161

zogthum verliehen hatte. So fanden Sigismund und andereFürsten Gelegenheit .genug gegen ihn. Die Kurfürsten ver-einigten sich, setzten Wenzel ab und wählten den Kurfürsten 1400Ruprecht von der Pfalz. Biele Fürsten blieben für Wen-zel und cs war überall Verwirrung. Sigismund verlangtevon seinem Bruder, als Lohn für seinen gegen Ruprecht zuleistenden Beistand, Schlesien und die Lausitz und begab sich,als er sie nicht bekam, nach Ungarn. Hier wurde er vonden Großen des Landes gefangen gesetzt und erhielt erst nach 1401achtzehn Wochen seine Freiheit wieder. Nun rückte MarkgrafJost für Ruprecht in Böhmen ein, verließ ihn aber undwendete sich auf Wenzels Seite, als ihm dieser die Niedcr-lausitz jetzt wirklich übergab. Darauf verdrängte Jost seinen-Bruder Prvcopius aus Mähren, und König Wenzel entschä-digte diesen durch die Fürstcnthümcr Schweidnitz und Jaucrnebst der Grafschaft Glatz, und ernannte den Sigismund zumStatthalter von Böhmen, was wieder die Vettern, den Mark-grafen Jost, den man den großen Lügner nannte, wie dessenBruder Procopius verdroß, die nun zum Gegen-Könige Ru-precht abermals übcrtraten. Sigismund, anstatt seinem Bru-der, wie er heilig versprochen und dafür Geld genug genom-men hatte, beizustehn, überfiel diesen, nahm ihn nochmals ge- 1402fangen und ließ ihn nach Österreich bringen. Hier saß Wen-zel anderthalb Jahre, bis er entkam und sich Böhmens wieder 1403bemächtigte. Was sollte man sagen, wenn man nun hörte,wie Wenzel in einer offenen Bekanntmachung seinen Bruder,den König Sigismund, beschuldigte, während eines halbenJahrs Böhmen ausgcplündert und verwüstet, die Schatz-Kam-mer geleert, gegen eine Million Gulden an goldenen und sil-bernen Gefäßen geraubt und tausend Gcwaltthätigkeitcn ver-übt zu haben? Seit dieser Zeit bemerkte man auch an Wen-zel ein immer tieferes Sinken zum rohen Genüsse und jederGemeinheit. War er dann durch den Trunk, dem er sich er-gab, gereizt, so glich er einem wilden Thiere an Blutgier undGrausamkeit. Dennoch war er um so weniger zu bewegendie römische Königskrone abzulcgcn, als sich bald in Deutsch-land durch den Erzbischof Johann von Mainz eine starke Par-tei gegen König Ruprecht erhob und die Kirchenspaltung soStenzel Gcsch. d. Preußisch. Staats I. 44