160 Buch H. Fünftes Hauptstück.
dens verzichten, das Jnterdict aufhebcn, und der -Verkauf desBiers wurde ihnen nicht ferner gestattet.
1391 Bei einer andern Gelegenheit, als der Unter-Kämmerervon Böhmen zwei Geistliche zum Lode vcrurtheilte, einenverbrennen und den andern ausknüpfen ließ und darüber vomErzbischöfe von Prag in den Bann gethan wurde, fodcrte derKönig diesen vor sich, drohete ihn ersaufen zu lassen, wenner sich Etwas gegen die königlichen Diener untersinge, schlugden Dvmdechanten, der ihm eine spitze Antwort gab, mit demDegenknopfe ins Gesicht, ließ ihn binden und gefangen setzen,spater den erzbischöflichen Bicar, Johann Pomuk, foltern und
1393 ersaufen. So machte er es seinen Brüdern und Vettern leichtihn anzugreifcn. Markgraf Jost, König Sigismund und Wen-zels Schwager, der Herzog Albrecht von Österreich und derMarkgraf von Meissen, verbanden sich mit mehrcrn böhmischen
Mal Großen, setzen ihn gefangen und zwangen ihn, den Jost zum
1394 Statthalter von Böhmen zu ernennen. Wenzels jüngerer Bru-der, Johann von Görlitz, nahm sich mit einem Heere seinesBruders an, befreiete ihn, wurde zum Statthalter von Böhmen
1395 bestellt und die Rädelsführer der Verschwörung enthauptet.So blieb die Gährung im Lande und Wenzel musste Luxem-burg und die Landvogtci im Elsaß an Jost abtreten, den Kö-
1396 nig Sigismund zu seinem Vicar in Deutschland ernennenund seinen Netter Johann, der auch nur für sich sorgen wollte,bald darauf gefangen setzen. Johann starb, und Wenzel undSigismund theilten seine Länder. Wenzel nahm seinen Vet-ter Jost, als dieser ihn besuchte, gefangen, setzte ihn jedoch
1397 bald wieder in Freiheit und trat ihm die Lausitz ab, wofürdieser dem Könige die Erbfolge in den Marken und Luxem-burg zusagte und sich mit ihm zur gemeinschaftlichen Verthei-digung verband. Sigismund focht unglücklich gegen die Tür-ken bei Nikopolis (1396).
Natürlich war das deutsche Reich unzufrieden mit derNachlässigkeit König Wenzels, zerrissen durch weltliche Par-teiungen, durch die großen Bündnisse des Adels, der Für-sten und Städte, durch langjährige Kirchenspaltung, und auf-- gebracht, daß Wenzel (1395) dem Johann Galcazzo Viscontifür hunderttausend Goldgulden Mailand als erbliches Her-